Kronprinz Haakon von Norwegen (52) hat sich so offen und eindeutig wie nie zuvor zum Skandal rund um seinen Ziehsohn Marius Borg Høiby (29) geäußert. Am Mittwoch hat der norwegische Palast eine schriftliche Stellungnahme des Thronfolgers veröffentlicht.
"Seine Königliche Hoheit, der Kronprinz, möchte im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Gerichtsverfahren gegen Marius Borg Høiby Folgendes zum Ausdruck bringen", beginnt das Statement. Danach liefert Haakon endlich Antworten auf viele offene Fragen.
Gleich zu Beginn wiederholt der Ehemann von Prinzessin Mette-Marit (52), was das Kronprinzenpaar schon seit der Festnahme von Marius im August 2024 immer wieder betont hat: "Wir denken an alle Beteiligten in dieser Angelegenheit. [...] Wir sind in Gedanken bei ihnen. Wir wissen, dass viele von Ihnen derzeit eine schwere Zeit durchmachen."
Erst danach spricht Haakon klar aus, wie das Verhältnis zu seinem Stiefsohn wirklich ist: "Marius Borg Høiby ist kein Mitglied des Königshauses und in dieser Hinsicht unabhängig. Wir lieben ihn, und er ist ein wichtiger Teil unserer Familie." Marius sei Bürger Norwegens und habe "die gleichen Pflichten wie alle anderen, aber auch die gleichen Rechte".
In einer kurzen Liste nennt der Palast Punkte, die für die kommenden Wochen und Monate wichtig sind – vor allem, wenn Marius ab 3. Februar 2026 vor Gericht steht. Dazu heißt es: "Das Kronprinzenpaar plant nicht, im Gerichtssaal anwesend zu sein. Das Königshaus möchte während des Gerichtsverfahrens keine Kommentare abgeben."
Die offiziellen Aufgaben der Königsfamilie sollen wie gewohnt weiter laufen, zumindest bei Haakon und seinen Eltern, König Harald (88) und Königin Sonja (88). Mette-Marit hingegen "plant, sich in den nächsten Wochen privat zurückzuziehen".
Nur wenige Stunden nach dem schriftlichen Statement gibt Haakon am Rande eines gemeinsamen Termins mit seiner Frau ein Interview. Den anwesenden Journalisten erklärt er: "Die Kronprinzessin hat für die nächsten Wochen eine private Reise geplant. Ob diese über den gesamten Zeitraum (des Prozesses, Anm. d. Red.) andauern wird, hat sie noch nicht entschieden."
Im Interview betont Haakon erneut, dass niemand aus der Königsfamilie im Gericht erscheinen wird, nicht als Zeuge, noch um Marius beizustehen. "Es wird natürlich schwer, ihm keine Unterstützung geben zu können", sagt der Prinz. Mette-Marit und er werden den Prozess "über die Medien" verfolgen, so Haakon weiter.
Auf die Frage, wie es sich als Stiefvater angefühlt hat, Marius seit der ersten Verhaftung im Sommer 2024 zu begleiten, antwortet Haakon entschieden: "Wir können nicht viel über die privaten Aspekte sagen. Darauf möchte ich nicht eingehen, aber natürlich werden wir auch während des Gerichtsverfahrens für ihn da sein."