Prozess um defekte Spiralen: Frau zieht vor Gericht

Verhütungsspiralen wie diese stehen im Mittelpunkt des Prozesses. (Symbolbild)
Verhütungsspiralen wie diese stehen im Mittelpunkt des Prozesses. (Symbolbild)Getty Images/iStockphoto
Im Juni begann in der Steiermark der erste Prozess um defekte Verhütungsspiralen. Jetzt geht es weiter: Eine Betroffene soll befragt werden. 

Der Verbraucherschutzverein (VSV) von Peter Kolba vertritt laut ORF österreichweit über 1.000 Frauen in dem Sammelklage-Verfahren. Dabei geht es um die Verhütungsspiralen des spanischen Herstellers Eurogine. "Es wurde festgestellt, dass es zum Zeitpunkt der Extraktion von bestimmten Verhütungsspiralen der Firma Eurogine häufiger zum Bruch der waagrechten Seitenarme (eines oder beider) gekommen ist", heißt es dazu von Kolbas VSV. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) warnte darum bereits im vergangenen  September vor den Produkten des spanischen Herstellers. "Die Folgen für Frauen bei der Verwendung dieser Spiralen können spontane Ausstoßungen der Spirale, eine Entfernung der Spirale oder auch eine ungewollte Schwangerschaftsein", gibt der Verein Auskunft. 

Im Juni erfolgte der Prozess-Auftakt am Bezirksgericht in Fürstenfeld, "Heute"berichtete. Die betroffenen Frauen werfen der Firma dabei vor, nicht ausreichend gewarnt und bereits ab Februar 2018 von den Defekten gewusst zu haben. „Hätte die beklagte Partei schon im Frühjahr 2018 die Gynäkologen, die Anwenderinnen und die Öffentlichkeit informiert, so hätten zahlreiche Schäden vermieden werden können: Selbst nach dem Frühjahr 2018 wurden weiter Spiralen der betroffenen Charge bei unwissenden Anwenderinnen von unwissenden Ärzten eingelegt. Damit hat die beklagte Partei selbst verschuldet, dass sich der (potenzielle) Geschädigtenkreis wesentlich erhöhte“, erklären die Kläger im ORF.

Defekte Verhütungsspirale: Frau sagt heute vor Gericht aus

Rückrufe durch Veröffentlichungen etwa in Zeitungen oder als „Rote-Hand-Briefe“ seien notwendig gewesen, so der VSV. Das Unternehmen habe nicht alles unternommen, um Anwenderinnen zu schützen. Stattdessen hat Eurogine sich laut den Frauen vor der Verantwortung gedrückt. 

Heute muss eine Betroffene Frau, ein Vertreter des Unternehmens sowie ein Frauenarzt aus Tirol dem Gericht in Fürstenfeld Rede und Antwort stehen. Die Frau fordert Schadensersatz. Eurogine zweifelt dagegen an den Schilderungen der Klägerin. Wie das Unternehmen betonte, habe die Steirerin nie eine Seriennummer oder die Spirale übermittelt. 

Die unglaubliche Geschichte eines vietnamesischen Babys, das mit Verhütungsspirale in der Hand zur Welt kam, gibt es hier zum Durchklicken: 

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