Nach über 40 Jahren muss das sozialpsychiatrische Zentrum der Caritas in Wien-Margareten seine Türen schließen. Rund 100 chronisch psychisch Erkrankte stehen plötzlich ohne Hilfe da.
"Die soziale Kälte, die derzeit durch Wien zieht, halte ich für höchst problematisch. Das Zentrum gibt Menschen Halt – ohne diese Einrichtung drohen massive Versorgungslücken", so Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne). Für ihn ist klar: Die Schließung trifft nicht nur die Betroffenen, sondern alle. "Wer psychisch kranke Menschen im Stich lässt, gefährdet den sozialen Zusammenhalt der Stadt", so der Bezirkschef.
Christoph Lipinski, SPÖ-Bezirksrat in Margareten scheint die Aufregung nicht nachvollziehen zu können. Er verteidigt die Sparpolitik: Die Kürzungen seien "schmerzhaft, aber notwendig". Schuld an der aktuellen Lage sei die Bundespolitik: fehlende Ertragsanteile, Steuerreformen ohne Gegenfinanzierung und Milliardenausgaben, die Wien belasten würden.
"Wir investieren weiterhin in Schulen, Wohnbau, Klimaschutz und soziale Kernleistungen", betont Lipinski. Die Stadt spare nicht bei Frauenhäusern, im Gewaltschutz oder bei Menschen mit Behinderungen. Dass das sozialpsychiatrische Zentrum nun schließen muss, sei eine "schmerzhafte, aber unvermeidbare Maßnahme", sagt er.