Nach mehr als vier Jahrzehnten muss das sozialpsychiatrische Zentrum der Caritas in Wien-Margareten schließen. Grund dafür ist der Finanzierungsstopp durch den Psychosozialen Dienst (PSD) der Stadt Wien. Die Folgen sind dramatisch: Rund 100 Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen verlieren ihre wichtige Anlaufstelle – sechs Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz.
Das Zentrum war für viele Betroffene weit mehr als nur eine Einrichtung. Hier gab es Therapien, Beratung und soziale Angebote, die Stabilität und Halt im Alltag gaben. Mit der Schließung drohen nun massive Versorgungslücken – und genau davor warnt nun Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne).
Er kritisiert die Sparmaßnahmen scharf: "Ich habe zahlreiche E-Mails von Wiener*innen erhalten, die über die Schließung des sozialpsychiatrischen Zentrums besorgt sind. Dem schließe ich mich an. Die soziale Kälte, die derzeit durch Wien zieht, halte ich für höchst problematisch."
Luxenberger warnt vor den langfristigen Konsequenzen der Kürzungen im Sozialbereich:
"Die Kürzungen im Sozialbereich mögen schnelles, kleines Geld in den Budgettopf spielen. Langfristig werden wir für diese Einsparungen aber gesellschaftlich teuer bezahlen. Das sozialpsychiatrische Zentrum ist für Menschen mit psychischen Erkrankungen zentral. Wenn eine Einrichtung, die über Jahrzehnte funktioniert hat, wegfällt, drohen Versorgungslücken. Und die treffen nicht nur Betroffene und Angehörige, sondern uns alle."
Auch auf Stadtebene wächst der Widerstand. Die nicht-amtsführende Stadträtin Judith Pühringer (Grüne) spart nicht mit Kritik und nimmt vor allem die SPÖ ins Visier: "Die Schließung des sozialpsychiatrischen Zentrums in Margareten ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die SPÖ ihren sozialen Kompass völlig verloren hat. Gerade im sensiblen Bereich der psychiatrischen Versorgung zu kürzen, ist unverantwortlich und ungerecht. Wir Grüne verurteilen dieses Vorgehen und werden politisch mit aller Kraft dagegenhalten."