Kurz vor Jahresende sprach Michael Luxenberger, Grüner Bezirksvorsteher von Margareten, im "Heute"-Interview noch von einem von der Vorgängerregierung hinterlassenen "Scherbenhaufen im Verkehrsbereich". Diesen will er nun Schritt für Schritt beseitigen. Der erste Schritt: prüfen, ob Anrainerparken möglich ist. Jetzt liegen die Ergebnisse vor – und sie sind eindeutig.
Die Einführung des Anwohnerparkens in Margareten rückt in greifbare Nähe. Eine detaillierte Stellplatz- und Auslastungsanalyse im Naschmarktgrätzel – dem Gebiet zwischen Wienzeile, Kettenbrückengasse, Margaretenstraße und Pilgramgasse – zeigt eine massive Parkplatzknappheit. Im Schnitt waren die Stellplätze zu 94,6 Prozent ausgelastet. Damit sind die gesetzlichen Voraussetzungen klar erfüllt.
Der Bezirkschef hatte die Untersuchung bereits im Herbst 2025 in Auftrag gegeben, um dem gefühlten Parkdruck endlich harte Zahlen entgegenzusetzen. "Die Messungen zeigen klar, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für Anwohnerparken erfüllt sind. Damit schaffen wir mehr Fairness für all jene, die in diesem belebten Grätzel leben und auf ein Auto angewiesen sind", erklärt Luxenberger.
Konkret bedeutet das: Ein Teil der bestehenden Parkplätze im Naschmarktgrätzel soll künftig exklusiv für Anwohner reserviert werden. Derzeit prüfen die zuständigen Magistratsdienststellen gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher, auf welchen Straßenseiten diese Widmungen am sinnvollsten umgesetzt werden können. Danach soll es schnell gehen – Beschilderung und Bodenmarkierungen für die neuen Parkzonen sollen bereits in den kommenden Monaten umgesetzt werden.
Das Naschmarktgrätzel macht dabei den Anfang. Es ist das erste Gebiet im 5. Bezirk, in dem Anwohnerparken eingeführt wird. Doch dabei soll es nicht bleiben: Parallel zur konkreten Ausarbeitung der Verordnung wird schon das nächste Gebiet unter die Lupe genommen. Untersucht wird ein angrenzender Bereich zwischen der Grenze zum 4. Bezirk, dem Wiental, der Ramperstorffergasse und dem Gürtel.
Margareten weist die niedrigste Autodichte ganz Österreichs auf. Trotzdem gibt es viele Bewohner, die aus beruflichen oder privaten Gründen auf ein Auto angewiesen sind. "Margareten ist ein Nachbarschaftsbezirk. Daher ist es mir wichtig, dass meine Nachbarn auch die Möglichkeit haben, in ihrer Wohnumgebung zu parken – sei es durch leistbare Parkplätze in Garagen oder durch Anwohnerparken", so Luxenberger.
Die Auslastungsanalysen werden dabei bewusst nur in jenen Teilen des 5. Bezirks durchgeführt, die nicht von großen U-Bahn-Baustellen betroffen sind. So soll die Parkplatzsituation realistisch und dauerhaft bewertet werden – und teure Doppelanalysen vermieden werden.