Beim diesjährigen ESC geht es nicht nur musikalisch emotional zu – auch politisch bleibt der Bewerb angespannt. Während des Auftritts von Israels Vertreter Noam Bettan kam es lautstark zu vereinzelten "Free Palestine"-Rufen, im TV waren sie lange und deutlich zu hören – "Heute" berichtete. Der ORF hatte bereits im Vorfeld angekündigt, mögliche Buh-Rufe oder Reaktionen aus dem Publikum nicht herauszufiltern.
Eine "Heute"-Leserin war live in der Halle dabei und filmte den Auftritt des Sängers, während er seinen Song "Michelle" performte. Im Publikum entwickelte sich gleichzeitig ein regelrechtes "Fahnen-Duell": Während einige Besucher mit Israel-Flaggen jubelten, schwenkten andere palästinensische Fahnen.
Von den Reaktionen im Publikum zeigte sich der israelische Künstler auf der Bühne unbeeindruckt. Er brachte seinen Song souverän zu Ende und konzentrierte sich voll auf die Performance. Schon vor dem ESC wurde sein Auftritt als besonders heikel eingestuft. Wegen der politischen Spannungen rund um den Nahostkonflikt gilt ein erhöhtes Sicherheitsinteresse.
Schon bei der offiziellen Eröffnung war der israelische Teilnehmer nur unter verstärkten Sicherheitsvorkehrungen unterwegs. Kaum ein anderer Act sorgt heuer beim ESC für so viele Debatten. Die Teilnahme Israels polarisiert international: Einige Länder bleiben dem Bewerb fern, außerdem forderten zuletzt über 1.100 Kunstschaffende öffentlich, Israel vom ESC auszuschließen