Es vergeht kaum noch ein Tag, an dem nicht irgendwo in Russland eine Raffinerie von ukrainischen Drohnen getroffen wird. Die Angriffe zeigen Wirkung: Putins Kriegswirtschaft, die lange als erstaunlich robust galt, stößt nun an ihre Grenzen.
Der deutlichste Hinweis kam ausgerechnet aus dem Kreml selbst. Wladimir Putin gab angesichts der erfolgreichen Drohnen-Angriffe auf Raffinerien zu, dass es Engpässe bei der Benzinversorgung gebe. Daraufhin rief er eine Krisensitzung ein.
Wie NTV berichtet, erwägt die Rohstoffmacht Russland inzwischen sogar, Treibstoff zu importieren. Branchen-Insidern zufolge liegt die tägliche Benzinproduktion rund ein Viertel unter dem Vorjahresniveau.
Auch die russische Ölförderung geht zurück. Der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge lag sie im vergangenen Monat um rund fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Lange Schlangen vor den Tankstellen sind mittlerweile der sichtbarste Ausdruck der wirtschaftlichen Probleme.
Im ersten Quartal dieses Jahres ist die russische Wirtschaft nach offiziellen Angaben leicht geschrumpft - der erste Rückgang seit 2023. Einer Analyse der Universität Edinburgh zufolge machen die Militärausgaben sowie hohe Zahlungen an Soldaten fast die Hälfte der gesamten Haushaltseinnahmen aus.
Hinzu kommt ein akuter Arbeitskräftemangel in zivilen Sektoren. Immer mehr Männer ziehen in den Krieg, während die Zentralbank die Zinsen hoch hält, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Russlands Kriegswirtschaft steht damit nicht vor dem Zusammenbruch - aber sie verliert an Substanz und es wird immer schwerer, den Krieg zu finanzieren.