Daten via Bildschirm

QR-Code-Trick verschickt Dateien ganz ohne WLAN

Ein neuer Prototyp ermöglicht die Dateiübertragung per QR-Code. Das Handy braucht dabei weder WLAN noch Bluetooth – nur Display und Kamera.
Digital  Heute
17.08.2026, 19:03
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Dateien zwischen zwei Handys austauschen, ohne im selben Netzwerk zu sein, ohne WLAN und ohne Bluetooth – das klingt unmöglich, funktioniert aber tatsächlich. Eine neue Methode nutzt dafür schnell wechselnde QR-Codes, die ein Display mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde anzeigt.

Das Prinzip ist simpel: Das sendende Gerät zerlegt die Datei in viele kleine Blöcke und zeigt diese als flackernden Bildstrom aus QR-Codes an. Die Kamera des zweiten Geräts filmt den Bildschirm, dekodiert jedes Muster in Echtzeit und setzt die Teile wieder zusammen. Die Daten reisen also nur als Licht von Display zu Linse.

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In Tests wurden Datenraten von rund 190 Kilobyte pro Sekunde erreicht, heißt es im Fachmagazin "Toms Hardware". Das Verfahren läuft komplett im Browser und funktioniert sogar offline, nachdem die Seite einmal geladen wurde.

Datenschutz als großer Vorteil

Der besondere Reiz liegt im Datenschutz: Anders als bei E-Mail, Messenger oder Cloud verlassen die Daten nie das Gerät über eine Netz- oder Funkschnittstelle. Es gibt keinen Zwischenspeicher und keinen fremden Server, über den die Informationen laufen. Die Datei bleibt physisch zwischen den beiden Bildschirmen.

Sicherheitsforscher betonen allerdings, dass der Bildschirm, der von einer Kamera abgelesen wird, technisch gesehen doch einen Datenweg schafft. Wer wirklich vertrauliche Inhalte überträgt, sollte die Datei vor dem Versand daher zusätzlich verschlüsseln.

Für große Dateien ungeeignet

In der Praxis eignet sich das Verfahren vor allem für kleinere Dateien wie Dokumente, Fotos oder kurze Clips. Große Datenmengen erfordern wegen der begrenzten Übertragungsrate viel Geduld – ein mehrere Gigabyte großes Video wäre kaum sinnvoll zu übertragen.

Auch die Bedingungen müssen stimmen: Ein helles Display, eine ruhige Kameraführung und ein passender Abstand verbessern die Erkennung. Direkte Sonneneinstrahlung oder ein zittriges Bild verlangsamen die Übertragung deutlich. Der quelloffene Prototyp wurde von einem einzelnen Entwickler mithilfe eines KI-Assistenten erstellt.

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