Am Freitag fällt der Startschuss zum 100. Giro d'Italia. Die Organisatoren des Rad-Klassikers wollen mehr Spektakel – und brüskieren damit die Profis.
Geht es nach dem Veranstaltern des 100. Giro d'Italia, soll ab Freitag auch ein Preisgeld für den schnellsten Abfahrer geboten werden. Konkret sollen zwischen der achten und der zwanzigsten Etappe zehn Abfahrten in die Wertung kommen, darunter die vom höchsten Punkt der heurigen Strecke, dem Stilfser Joch. Auf den schnellsten Athleten der Etappe wartet ein Preisgeld von 500 Euro, der Gesamtsieger kassiert 5.000 Euro. Doch mit der geplanten "Speed-Kategorie" machen sich die Organisatoren bei den Rad-Profis wenig beliebt.
Proteststurm der Profis
Im Gegenteil – es setzt harsche Kritik. Grund sind die tödlichen Stürze der Vergangenheit. Der deutsche Rad-Profi Marcus Burghardt schreibt auf Twitter: "Es ist noch nicht lange her, dass wir unseren Freund und Kollegen Wouter Weylandt bei einem Sturz in der Abfahrt verloren haben. Soll das wieder passieren? Nein!" (Anmerkung: Weylandt verunglückte vor sechs Jahren beim Giro tödlich). Auch der Belgier Jasper Stuyven wählt deutliche Worte: "Euch geht es nur um das Spektakel. Gibt es nicht schon genug Stürze?" Wout Poels (Nl) ergänzt: "Lebensgefährliche Idee. Was ist mit der Sicherheit?" US-Athlet Joe Dombrowski: "Wer hat sich diesen Scheiß ausgedacht?"
Hier die empörten Tweets der Rad-Profis zum Nachlesen:
(gr)