Radl-Offensive von Türkis-Grün bis 2025

Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) will das Radfahren stärken - tritt auch die ÖVP in die Pedale?
Umwelt- und Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) will das Radfahren stärken - tritt auch die ÖVP in die Pedale?Bild: picturedesk.com/APA
Türkis-Grün will den Anteil des Radverkehrs nahezu verdoppeln. Das Problem: Bislang scheiterten solche Pläne oft an der ÖVP.
Die frisch angelobte Verkehrsministerin Leonore Gewessler (42) machte bereits an ihrem ersten Arbeitstag ihre Ankündigung wahr, auch als Ministerin nur mit dem Rad unterwegs sein zu wollen. Wie "Heute.at" berichtete, radelte die frühere Umweltaktivistin sowohl zur Angelobung in die Hofburg als auch zur späteren Amtsübergabe in die Wiener Radetzkystraße. Damit geht die Grüne Abgeordnete mit gutem Beispiel voran, spielt doch ein Radpaket und eine Fußgänger-Offensive im 326 Seiten starken, türkis-grünen Koalitionsprogramm eine entscheidende Rolle.

Schon Türkis-blau scheiterte am Radpaket



Mittels einer "Offensive für aktive, sanfte Mobilität" soll der Radverkehr bis 2025 nahezu verdoppelt werden. Doch das dürfte schwierig werden - und das liegt kurioserweise auch an der ÖVP und den Grünen.

CommentCreated with Sketch.32 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Schon die ehemalige, türkis-blaue Regierung versuchte den Radverkehrsanteil von derzeit sieben auf 13 Prozent zu erhöhen und damit gleichzeitig die CO2-Emissionen in diesem Bereich um rund 3,2 Prozent zu reduzieren. Doch der Appell verpuffte.

Sogar Grüne erschwerten Radweg-Ausbau "massiv"



Die ehemalige Wiener Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) schrieb im April 2018 einen Brief an die ehemalige Umwelt- und jetzige ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (41), dass der Ausbau von Radwegen "leider auch von Ihren Parteikollegen in Wien" immer wieder "reflexartig skandalisiert und damit massiv erschwert" werde. Da die Errichtung von Radwegen oftmals in den Händen der Bezirke liege, führe jeder Radweg zu einem "mittleren Weltuntergang", sparte die 50-Jährige nicht mit Kritik.

Wie genau die türkis-grüne Regierung im zweiten Anlauf das Radfahren stärken wollen, ist noch ziemlich vage. Fix ist:



"Masterplan Gehen" bleibt (noch) vage



Auch der Anteil der Fußgänger soll mittels Weiterentwicklung und Umsetzung eines klimaaktiven "Masterplan Gehen" ausgeweitet werden. So soll der Fußgängerverkehr bei der Gestaltung des Straßenraums stärker berücksichtigt und die Bewegungs- und Fußgängerzonen weiter ausgebaut werden. Konkrete Zahlen und Ziele sucht man im türkis-grünen Koalitionsprogramm jedoch vergebens.

Durch die vielen Zugeständnisse an die ÖVP in Migrations- und Sicherheitsfragen erkauften sich die Grünen ein Mega-Ministerium mit den Agenden Umwelt- und Klimaschutz, Verkehr, Infrastruktur und Innovation. Jeweils eine "Öffi-Milliarde" soll u.a. in den Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in Ballungsräumen und ländlichen Gebieten fließen (Mehr dazu: "Was im Koalitionsprogramm steht")



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