Der Iran weist den Vorwurf der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zurück, für einen Raketenangriff am gestrigen Tag verantwortlich zu sein. Die Angaben seien "völlig unbegründet", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghaei laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.
Die Emirate erklärten hingegen, ihre Luftabwehr habe "zwei vom Iran aus in Richtung des Landes abgefeuerte ballistische Raketen geortet", "von denen die erste außerhalb der Hoheitsgewässer und die zweite innerhalb der Hoheitsgewässer niederging", so das Verteidigungsministerium auf X.
Zwei Stunden zuvor hatten die Behörden eine Warnung vor "einer möglichen Bedrohung durch Raketen" auf Mobiltelefone geschickt. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, "umgehend einen sicheren Ort" aufzusuchen. Es war die erste derartige Warnung seit einem Fehlalarm im Juni und einem Alarm im Juli, bei dem die Geschoße nicht in den emiratischen Luftraum eindrangen.
Am späten Abend setzte das Außenministerium der Emirate wegen der regionalen Eskalation alle Handelsbeziehungen und Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres aus.
Der Iran hatte die VAE zu Beginn des Krieges mit den USA und Israel mehrfach angegriffen. Im Mai brach nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk aus. Zuletzt machte Abu Dhabi den Iran auch für Raketenangriffe auf Tanker eines emiratischen Staatskonzerns verantwortlich.
Die VAE sind mit den USA verbündet und normalisierten 2020 im Rahmen des Abraham-Abkommens ihre Beziehungen zu Israel.