Sport

Rapid-Boss: "Lebenslange Stadionverbote für Täter"

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:35

Rapid-Präsident Michael Krammer verurteilte die Prügel-Attacke auf Valentin Grubeck und kündigte lebenslange Stadionverbote für die Täter an. Solange die Ermittlungen der Exekutive allerdings noch nicht abgeschlossen sind, will man abwarten. Die Attacke auf den Austria-Nachwuchsspieler bezeichnete Krammer als "Angriff auf die Rapid-Werte". Die Emotionen vor dem 309. Wiener Derby sollen nicht hochkochen. Eine Eskalation vor und nach dem Match am Sonntag wird vielfach dennoch befürchtet. Es herrscht Angst vor Racheaktionen beim Stadtduell!

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Rapid-Präsident Michael Krammer droht den Angreifern - sollten diese aus dem Umfeld des Klubs stammen - mit rigorosen Strafen: "Sollte sich herausstellten, dass Rapid-nahe Personen gehandelt haben, wird es lebenslange Stadionverbote geben. Zudem werden wir bei der Bundesliga ebenfalls ein maximales Stadionverbot beantragen. Etwaige Mitgliedschaften beim Verein oder einem Fanclub werden selbstverständlich ebenfalls entzogen", beschrieb Krammer die geplanten Maßnahmen.

Derzeit warte man auf Seiten der Grün-Weißen allerdings noch auf die Ermittlungsergebnisse der Exekutive. Krammer betonte, dass Rapid Gewalt, Diskriminierung und Rassismus aufs Schärfste verurteile und ablehne. Man verfolge in diesen Bereichen eine "absolute Null-Toleranz-Politik". "Und das werden wir anhand dieses Vorfalls auch beweisen. Das sind Kriminelle, die wir aus unseren Reihen vertreiben wollen", betonte der 53-Jährige.

"Feige und hinterhältig" 

Über die Identität der rund 15 Vermummten, die Grubeck am Donnerstagabend auf dem Parkplatz der Generali Arena verprügelt hatten, konnte Krammer noch nichts sagen. "Wir wissen noch keine Details. Die Polizei weiß vielleicht schon mehr."

Infos aus der Fanszene genießt man mit Vorsicht. Genauso wie jenes Gerücht, dass in der Nacht auf Samstag bis zu 60 vermummte Rapid-Fans vor der Generali-Arena aufgetaucht sein sollen, um erneut Austria-Fans aufzulauern. Die Austria wertete am Samstag die Aufzeichnungen der Videoüberwachung aus.

"Angriff auf Werte des SK Rapid"

Den Vorfall sieht der Präsident als Angriff auf den SK Rapid selbst: "Das war nicht nur ein Angriff auf Valentin, sondern auch auf die Rapid-Werte. Und ein Angriff auf die Hunderttausenden friedliebenden Rapid-Fans, die jetzt pauschal verurteilt werden."

Gleichzeitig appellierte der Rapid-Boss aber auch an die Austria, insbesondere an Trainer Herbert Gager und Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer. "Wir alle sind dafür verantwortlich, dass friedliche Fußballfeste gefeiert werden. In diesem Zusammenhang ist auch eine Abrüstung der Worte gefragt. Aussagen wie 'Angriff auf die Austria-Familie' oder den Vorfall als 'Zusatzmotivation' zu bezeichnen, das alles ist nicht passend."

Rapid-Fans sollen sich benehmen

Die 1.250 Rapid-Fans, die Karten für das Derby in der Generali Arena haben, forderte Krammer auf, friedlich zu sein. Den Vorschlag, dass es in Zukunft Derbys ohne Auswärtsfans geben sollte, lehnte er ab. "Unser Bestreben sollte sein, die Fußballkultur weiterleben zu können. Das Eliminieren von Auswärtsfans kann nicht das Ziel sein."

Im Sektor der Auswärtsfans wird am Sonntag auch Club-Vizepräsident Christoph Peschek das Derby verfolgen. Er wolle damit ein Zeichen setzen. "Wir bei Rapid wollen uns nicht von ein paar wenigen Kriminellen spalten lassen. Und wir wollen zeigen, dass man vor Rapid keine Angst haben muss."

Über die Maßnahmen hat der Rapid-Präsident Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer informiert. Beim Opfer Valentin Grubeck hat sich Krammer in einem offenen Brief entschuldigt.

Den Offenen Brief von Michael Krammer an Valentin Grubeck finden Sie auf Seite 2!

 Sehr geehrter Herr Grubeck!

 

Mit großer Bestürzung mussten wir von der unentschuldbaren und brutalen Attacke auf Sie am gestrigen Donnerstag am Gelände des FK Austria Wien erfahren. Diese Aktion verurteilt der SK Rapid selbstverständlich auf das Allerschärfste, sie ist nicht zu tolerieren und absolut inakzeptabel.

 

Im Namen des SK Rapid darf ich Ihnen versichern, dass wir an einer restlosen und raschen Aufklärung dieses kriminellen Zwischenfalls in höchstem Maße interessiert sind und auf volle Kooperation mit den ermittelnden Behörden setzen.

 

Sie dürfen hundertprozentig sicher sein, dass der SK Rapid gegen überführte Täter all jene Konsequenzen und Sanktionen durchsetzen wird, die möglich sind. Sollten diese tatsächlich im Umfeld unseres Vereins zu finden sein, drohen nicht nur bundesweite Stadionverbote, sondern gegebenenfalls auch Vereinsausschluss und/oder Entzug von Mitgliedschaften.

 

Zudem erwarten wir, dass Exekutive und Judikative gegen diese Personen, die nicht nur dem SK Rapid und seinen hunderttausenden Fans, sondern dem Gesamtimage des von uns allen so geliebten Fußballsportes in Österreich schaden, mit aller gebotenen Härte und Konsequenz vorgehen.

 

Gewalt darf gerade im Umfeld des Fußballs keinen Platz haben, so groß kann die berechtigte sportliche Rivalität gar nicht sein!

 

Wir wünschen Ihnen auf alle Fälle eine sehr rasche Genesung und in weiterer Folge viel Erfolg in Ihrer noch jungen Laufbahn als Sportler.

 

Mit sportlichen Grüßen

 

Michael Krammer

Präsident SK Rapid

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