Rapid-Fans stellen nach Titel-Enttäuschung Forderungen

Mit einem schmeichelhaften 1:1-Remis verabschiedete sich Rapid Wien gegen SCR Altach aus dem Ernst-Happel-Stadion. In das letzte Heimspiel vor dem Umzug ins Allianz Stadion mischten sich kritische Töne von der Tribüne. So reagierte Rapid-Trainer Zoran Barisic darauf und bekam unerwartete Schützenhilfe von Altach-Coach Damir Canadi.

Mit einem schmeichelhaften aus dem Ernst-Happel-Stadion. In das letzte Heimspiel vor dem Umzug ins Allianz Stadion mischten sich kritische Töne von der Tribüne. So reagierte Rapid-Trainer Zoran Barisic darauf und bekam unerwartete Schützenhilfe von Altach-Coach Damir Canadi.

In der 25. Runde sah die grün-weiße Welt noch halbwegs rosig aus. Zwar hatte man sich aus dem ÖFB-Cup mit einer Heimpleite gegen Admira Wacker verabschiedet und war gegen den FC Valencia im Sechzehntelfinale der Europa League mit einem Gesamtscore von 0:10 untergangen. Aber Rapid führte mit zwei Punkten vor Red Bull Salzburg die Tabelle der Bundesliga an.

Der 33. Meistertitel wurde von Fans und Chefetage als Ziel ausgegeben. Was folgten waren fünf sieglose Spiele, die Salzburg nutzte um die Tabellenführung zurück zu erobern und einen Punktepolster aufzubauen. Am Ende steht Rapid zwar mit großen Einzelerfolgen aber ohne Titel da.

Forderungen der Fans

Dreimal Vizemeister in Folge, acht Jahre ohne Titel - das schmerzt die Fanseele. Mit Spruchbändern wurde der Unmut während des Spiels gegen Altach ausgedrückt (siehe Fotoshow). Der Vereinsführung wurde vorgeworfen, bei allem Trubel um das neue die Weiterentwicklung der Mannschaft vernachlässigt zu haben. Für die kommende Saison forderte die Fankurve den Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Cup.

"Wir haben nie Ausreden gesucht", ging Barisic nach der Partie auf die Spruchbänder ein. "In der Meisterschaft und im Cup waren wir knapp dran. Wir wissen, dass wir selbst schuld sind, weil wir es in einer Phase, wo durchaus die Möglichkeit vorhanden war, verabsäumt haben Spiele zu gewinnen, in denen wir die bessere Mannschaft waren", zeigte sich der Rapid-Trainer selbstkritisch.

Barisic sieht Kritik als Ansporn

Der Wiener nahm die Meinung der Fans auch als Kompliment. "Es ist doch schön, dass solche Dinge von uns gefordert werden, weil es auch bedeutet, dass wir uns in den letzten Jahren Schritt für Schritt verbessert haben. Deshalb sind die Ansprüche an uns größer geworden. Das ist für mich ein positiver Druck und eine interessante Aufgabe", fand Barisic.

Die Vision des Rapid-Coachs für die neue Saison: "Wir müssen uns bei der Spielanlage und beim System etwas einfallen lassen, denn wir müssen flexibler werden. Wenn man es oberflächlich betrachtet haben wir viel zu wenig Tore erzielt, zuviele Tore bekommen und viel zu viele Niederlagen kassiert. Das gilt es in der kommenden Saison abzustellen und zu verbessern", lautet die klare Ansage von Barisic.

Lob von Canadi für Rapids Entwicklung

Canadi wollte die Kritik nicht unkommentiert lassen. "Ich wohne zwar rund 700 Kilometer weg, aber aus meiner Sicht hat Rapid eine unglaubliche Saison gespielt", zollte der Altach-Trainer den Hütteldorfern Respekt. "Meiner Meinung nach haben sie nicht jede Position hundertprozentig besetzt, aber sie haben im Europacup unglaublich gespielt. Ich weiß wo Rapid vor drei Jahren gestanden ist. Wenn man das insgesamt beurteilt, muss ich Hochachtung sagen. Platz zwei war das Maximum. Rapid hat eine geile, junge Mannschaft, die tollen Fußball spielt und darauf sollte man stolz sein."

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