Rapids Generalprobe für das entscheidende Fußball-Europa-League-Gruppenspiel am Donnerstagabend auswärts gegen Dynamo Kiew ist gründlich daneben gegangen. Die Hütteldorfer verloren am Sonntagabend beim Angstgegner WAC völlig verdient 1:2 (0:0) und fielen in der Bundesliga-Tabelle auf Rang drei zurück. Trotzdem träumt Rapid weiter vom erstmaligen Aufstieg in die K.o.-Phase der Europa League.
Trainer Zoran Barisic begründete die Niederlage in Wolfsberg vor allem mit den schlechten Bedingungen in der Lavanttal-Arena, in der seine Mannschaft nicht ihr Offensivspiel habe aufziehen können. Der gefrorene Rasen habe "generell kein gutes Spiel zugelassen", betonte der 43-Jährige und war "froh, dass sich kein Spieler schwerer verletzt hat".Doch dass der Untergrund in Kiew viel besser sein wird, ist zu bezweifeln. So lagen die Temperaturen dort am Montag bei Schneefall unter dem Gefrierpunkt, am Dienstag werden laut Meteorologen sogar bis zu minus 16 Grad und weitere Schneefälle erwartet. Für den Matchtag sind vorerst minus fünf ohne Schneefall prognostiziert.
"Kiew ist natürlich der haushohe Favorit, aber wir haben dort nichts zu verlieren und werden auf Sieg spielen, damit wir in der Europa League überwintern", meinte Barisic zur Ausgangslage. Ex-Rapidler und WAC-Coach Dietmar Kühbauer hofft ebenfalls, dass Rapid weiterkommt. Doch dafür müssten sich die Grün-Weißen gegenüber Sonntag stark steigern, "denn wir waren in jeder Hinsicht besser", gab der Burgenländer nach dem Sieg zu bedenken.
WAC hat in jedem Meisterschaftsspiel einen Gegentreffer erhalten
Seinen Außenverteidiger Joachim Standfest ärgerte, dass der WAC auch im 19. Meisterschaftsspiel zumindest einen Gegentreffer kassierte. "Es war ein dummes Gegentor, da haben wir wieder geschlafen", übte der 33-jährige Routinier Selbstkritik. "Aber wir sind dann zurückgekommen, haben gekämpft und sind belohnt worden. Aber man darf das Ergebnis nicht überbewerten, auf dem Boden ist es schwierig zu spielen", merkte Standfest an.
Siegtorschütze Michael Liendl freute sich indes über den im Hinblick auf das Ziel Klassenerhalt wichtigen Sieg, mit dem der Vorsprung auf Schlusslicht Admira nun sieben Zähler beträgt. "Wir haben wieder einen Rückstand gedreht und sind perfekt ins Spiel zurückgekommen. Wir wollten heute unbedingt anschreiben - aber wir haben noch viele Spiele", mahnte der WAC-Kapitän, dass es diese Leistung zu bestätigen gelte.