Rapid-Hooligan: "Ich esse keine Milka-Schoko"

Rapid ist eine Religion. Seit Montag gehen 32 Fans des Rekordmeisters am Wiener Landesgericht durchs Fegefeuer. Weil sie sich im Mai 2009 am Westbahnhof mit Austrianern geprügelt haben, wird ihnen Körperverletzung, Landzwang und Sachbeschädigung angelastet. Doch der Monsterprozess könnte mit einer Roten Karte für die Justiz enden.

Rapid ist eine Religion. Seit Montag gehen 32 Fans des Rekordmeisters am Wiener Landesgericht durchs Fegefeuer. Weil sie sich im Mai 2009 am Westbahnhof mit Austrianern geprügelt haben, wird ihnen Körperverletzung, Landzwang und Sachbeschädigung angelastet. Doch der Monsterprozess könnte mit einer Roten Karte für die Justiz enden.

Anpfiff im Rapid-Prozess. Hochsicherheit wie bei einem Terror-Verfahren. Auf der Anklagebank: die ersten 32 von 85 grün-weißen Hooligans, die im Mai 2009 eine Straßenschlacht gegen Austrianer angezettelt haben sollen. Unter ihnen: Ultras- Chef Oliver P. (29). Er isst seit seinem 13. Lebensjahr keine Milka-Schokolade. "Wegen der violetten Verpackung" (Farbe der Austria).

Ein anderer hat die ganze Wohnung grün-weiß drapiert: "Bis aufs Klo – das ist violett." Kichern im Publikum statt des befürchteten Roars. Erster Eindruck: Hier sitzen Wurschtelköpfe, keine gemeingefährlichen Berserker. Prompt sagen alle: "Nicht schuldig".

Ihre Top-Anwälte spielen sofort Pressing: Weil die Polizei vermummte Rowdys nicht ausforschen konnte, seien die Falschen angeklagt. Und der Prozess sei eine "Hexenjagd", . 37 Verhandlungstage werden teuer. Hält die Anklage nicht, droht der Justiz die Rote Karte.

Wolfgang Höllrigl

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen