Rapid-Kessel: Nur 90 Liter Wasser für 1.382 Fans

Innenminister Herbert Kickl hat seinen detaillieren Bericht zum Polizei-Einsatz gegen die Rapid-Fans vor dem Wiener Derby abgeliefert – mit neuen Details!

Das Wiener Derby vom 16. Dezember beschäftigt die Politik immer noch. Vor der 1:6-Pleite gegen die Austria wurden Rapid-Fans stundenlang von der Polizei eingekesselt. Innenminister Herbert Kickl beantwortete nun die parlamentarische Anfrage von Neos-Sportsprecher Douglas Hoyos ausführlich. Dabei kamen neue Details über den Einsatz ans Tageslicht.

Kickl nimmt zu diversen Themen Stellung, so wurde nun auch bekannt, dass der Marsch der organisierten Rapid-Fan-Szene nicht angemeldet war. "Es wurde keine Versammlung angemeldet", heißt es in der offiziellen Anfragebeantwortung. Es war nur bekannt, dass es einen allgemeinen Treffpunkt in Hütteldorf beim Allianz Stadion geben würde.

Insgesamt waren am 16. Dezember 637 Exekutivbeamte im Einsatz, 230 Polizisten begleiteten den Fanmarsch vor Ort. Um exakt 15:08 Uhr wurde die Feststellung der Identitäten der Rapid-Anhänger angeordnet, weil diese Schneebälle auf die A23 warfen: "Es bestand der Anfangsverdacht der vorsätzlichen Gemeingefährdung."

Nur 90 Liter Wasser für 1.382 Fans

So wurde bei insgesamt 1.382 Personen die Identität festgestellt, dieser Vorgang dauerte bis 21:55. Für die große Anzahl an Menschen gab die Polizei insgesamt nur 180 Plastikflaschen Mineralwasser aus. Das entspricht 90 Liter, pro Kopf blieb für jeden Fan maximal ein größeres "Stamperl" Flüssigkeit (6cl). Erst ab 19:56 Uhr kam es bei eisigen Temperaturen zur Ausgabe von Tee durch die Polizei, ab 20:47 Uhr brachte die Feuerwehr Kinderpunsch.

Dass die Rapid-Fans so lange im Kessel bleiben mussten, argumentiert Kickl mit Unkooperativität: "Die Dauer der Maßnahme konnte durch jeden einzelnen Betroffenen durch Mitwirkung bei der Identitätsfeststellung selbst bestimmt werden. Das wurde den Betroffenen auch mehrfach und deutlich kommuniziert."

"Bestgeeignetster Ort für Anhaltung

Der Ort der Anhaltung sei laut Kickls Beantwortung nicht im Vorfeld festgelegt worden, war aber der "bestgeeignetste Ort, weil keine Möglichkeit bestand sich einer Identitätsfeststellung zu entziehen."

Die Identitätsfeststellungen fanden in sogenannten Aufarbeitungsstraßen statt, elf davon hatte die Polizei installiert. Nur sieben Personen wurden außerhalb dieser erfasst, weil entweder eine "Erkrankung oder akuter Stuhldrang" vorlag.

Vier Fans wurden ins Spital gebracht

Kickl gibt auch ein Beispiel, dass es durchaus schnell gehen konnte: Kurz nach der Anhaltung um 15:19 wurde eine Familie (Vater, Mutter, Kind) wahrgenommen und durfte nach der Feststellung der Identität den Bereich um 15:34 wieder verlassen." Zudem wurde laut dem Innenminister stets kommuniziert, dass Gebrechliche, Frauen und Kinder nach vorne kommen sollten.

Die Exekutive leistete laut dem Bericht auch bei 22 Personen Hilfe. 18 Fans wurde bei Kreislaufproblemen Wasser übergeben, drei zusätzliche Personen wurden mit den selben Symptomen ins Spital gebracht. Ein Anhänger klagte über Schmerzen im Knie und wurde ebenfalls ins Krankenhaus geführt.

(pip)

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