Sport

Rapid-Stürmer Boyd: "Hofmann ist unser Papa"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:57

Duell mit dem Lieblingsgegner! Zwölf Tore hat Terrence Boyd in dieser Saison geschossen, ein Drittel (!) davon gegen Samstag-Gegner Mattersburg. Im "Heute"-Interview spricht der US-Striker über seine Form, "Papa" Hofmann und "Lebemann" Gerson.

Duell mit dem Lieblingsgegner! Zwölf Tore hat Terrence Boyd in dieser Saison geschossen, ein Drittel (!) davon gegen Samstag-Gegner Mattersburg. Im "Heute"-Interview spricht der US-Striker über seine Form, "Papa" Hofmann und "Lebemann" Gerson.

 

Terrence, du hältst bei zwölf Saisontoren in der Liga. Vier davon hast du gegen Mattersburg erzielt.

"Ich guck jetzt nicht so auf Statistiken, aber wenn sich die Chance ergibt, versuch ich schon, wieder einen reinzumachen. Gegen den WAC war ich ja leider nicht erfolgreich. Aber man kann nichts anderes machen, als es zu versuchen."

 

Seit der Winterpause läuft es bei dir nicht ganz rund. Drei Tore hast du 2013 erst erzielt.

"Ich muss schon sagen, dass die Leistung ein bisschen gesunken ist, vor allem in der Krise, die wir hatten. Das war ein Gefühl, als wäre man in einem Sumpf, aus dem man nicht rauskommt. Meine Torquote hat darunter natürlich gelitten. Aber seit der neue Trainer da ist, sind wir wieder auf zack."

 

In der Startelf bist du unter Zoki Barisic aber noch nicht gestanden.

"Mehr als hart im Training zu arbeiten kann ich nicht machen."

 

Klingt makaber, aber Deni Alars Verletzung könnte deine Chance auf die Startelf sein.

"Möglich, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben."

 

Wie bitter ist sein Ausfall?

"Der Ausfall schmerzt fast genauso wie der von Hofmann. Er ist ein absoluter Leistungsträger und hat unheimlich viele Tore geschossen und auch Vorlagen gemacht. Vor allem jetzt in den letzten Spielen. Das zeigt einfach, wie wichtig er ist. Im Endeffekt geht es um Tore."

 

Sollte man Ersatz holen, bis er wieder fit ist?

"Ich heiße nicht Helmut Schulte und nicht Zoran Barisic. Ich will dazu nichts sagen."

 

Mit Gerson musste dein bester Kumpel bei Rapid den Klub verlassen. Wer musste mehr getröstet werden, du oder er?

"Natürlich er. Ich bin noch in Kontakt mit ihm und er ist wirklich sehr traurig, wie das ganze verlaufen ist. Es ist schade. Er war fast die ganze Saison Stammspieler. Dass er jetzt nicht verlängert wurde, ist bitter. Er hat fast die ganze Saison mit einer Schulterverletzung gespielt. Im Training ist die Schulter manchmal sogar rausgesprungen. Aber es gibt natürlich noch andere Faktoren, warum nicht verlängert wurde. Klar trägt er auch selbst Schuld. Es ist halt schade, weil er ein netter Mensch ist und sehr viel Freude in die ganze Mannschaft reingebracht hat. Er wird seinen Weg schon gehen. Ich habe noch nie einen technisch so beschlagenen Verteidiger gesehen. Aber er muss professioneller leben."

 

Hast du ihm ins Gewissen geredet?

„Ja klar, ist aber schwer, weil er eben so ein Lebemann ist. Ich denke aber, er wird jetzt reifen.“

 

Zurück zu dir: 2014 steht die WM an. Um dabei zu sein, muss bei dir eine Leistungsexplosion im nächsten Jahr her.

"Sieht so aus. Ich muss spielen, die Dinger machen und besser werden. Wenn ich hier einen guten Job mache, wird das Klinsmann auch. Eine WM kommt nicht alle Tage. Aber es ist noch ein Jahr weg, bis dahin kann viel passieren."

 

Steffen Hofmann trainiert wieder mit – wenn auch individuell. Gibt das einen Schub?

"Es ist gut, ihn wieder auf dem Platz zu sehen, den alten Hasen. Er wird auch zur Sommer-Vorbereitung wieder fit sein. Er ist unser Papa, von da her ist es wichtig, dass er bald wieder da ist."

 

Dein Ex-Klub Dortmund steht im Champions-League-Finale. Hast du es ihnen zugetraut?

"Ganz ehrlich, nicht wirklich. Nach der letztjährigen CL-Saison wusste ich, dass sie es heuer besser machen würden. Aber als ich die Gruppe gesehen habe, dachte ich, das wird wieder nichts. Dass dann so eine Leistungsexplosion kommt – Wahnsinn! Ich finde es bemerkenswert, wie sehr der deutsche Fußball gewachsen ist. Dass zwei deutsche Teams im Finale stehen, ist toll. Mir ist eigentlich egal, wer gewinnt. Einfach abwarten, was passiert."

Erich Elsigan

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