Selbst der Derby-Triumph kitzelte den Jagd-Instinkt auf den Titel nicht mehr wach. Salzburg sollte fast durch sein, denkt Rapid-Sportchef Alfred Hörtnagl. Die Statistik zeigt: Seit der Drei-Punkte-Regel konnten im Liga-Finish noch nie sieben Punkte aufgeholt werden - aber dennoch lebt die Hoffnung!
Die theoretische Chance auf den Titel bleibt, gibt Hörtnagl zu. Interessanter ist aber, dass wir mehr Punkte als in der Meistersaison gemacht haben und immer noch in Schlagweite von Salzburg sind, zollt er seinem Team Lob, das sich noch an die Statistik klammern kann:
- In drei von zwölf Meisterschaften - also immerhin einem Viertel - wurde der fünf Runden vor Schluss führende Klub am Ende doch nicht Meister.
- In der Saison 2003/04 machte der zurückliegende Meister Sturm in dieser Zeitspanne vier Punkte auf seinen Rivalen gut, Salzburg 1996/97 sogar fünf! Bitter: Ausgerechnet Rapid verlor in allen beiden Fällen den Titel.
In zwei Wochen steigt in St. Hanappi der bereits ausverkaufte Hit gegen Salzburg - ohne Markus Katzer, dessen Kahnbeinbruch sich bestätigte. In diesen Spielen hätten wir locker 30.000 Karten absetzen können, trauert der Sportchef Mehreinnahmen nach. Hörtnagl: Schon deshalb sind wir auch ohne Titel verpflichtet, den Fans bis zum Ende Top-Leistungen zu zeigen.
Über den Veilchen aus Favoriten schwebt jedoch nach der Derby-Pleite das Europacup-Damoklesschwert. In zwei Wochen könnte das direkte Duell mit Sturm in Graz entscheiden. Das wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur letzten Runde, glaubt Austria-Trainer Karl Daxbacher.