Dabei hatte Grün-Weiß beim Gastspiel in der estnischen Hauptstadt Tallinn früh den Führungstreffer erzielt. Bendeguz Bolla traf in der fünften Minute vom Elfmeterpunkt. Danach verpasste es Rapid allerdings, nachzulegen, hatte zwar viel Ballbesitz, allerdings zu wenig Torgefahr. So glich Paide-Kicker Daniel Luts vor der Pause aus (41.). Am Ende setzte sich aber doch die deutlich größere Qualität durch. Moulaye Haidara mit einem Doppelpack (83., 90+4.) und Petter Nosa Dahl (85.) knackten die Esten.
Nach dem Schlusspfiff war auch bei Rapids Coach Johannes Hoff Thorup die Erleichterung groß. "Wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Wir hatten viel den Ball, haben den Gegner zurückgedrängt", analysierte der Däne, der aber ebenso meinte: "Man kann natürlich sagen, dass wir das zweite Tor machen hätten müssen, bevor sie den Ausgleich machen. Sie haben getroffen, das ändert dann das Spiel."
Er sei "ein bisschen kritisch" in der Halbzeitpause gewesen, er habe aber auch gewusst: "Wenn wir die Kontrolle halten, kontrollierter werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Torchancen bekommen", so der Rapid-Trainer. Immerhin: Grün-Weiß holte im fünften Spiel den fünften Sieg der Saison. "Das ist unser Anspruch. Wir sind glücklich mit dem Ergebnis, mit der Leistung. Aber mehr auch nicht", so Hoff Thorup.
Anders sah das da schon ORF-Experte Helge Payer, der im Analysestudio durchaus kritischere Worte fand. "Ich muss vorsichtig sein, wie ich es formuliere. Wenn ich Sportdirektor von Rapid Wien wäre, würde ich mir denken: Das ist Schönrederei. Alles in allem war es zu wenig. Man kann sagen, ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss, aber es war zu wenig", wurde Payer deutlich.
"Ich erwarte mir von einem Trainer, dass der sagt: ,Das war gar nichts. Da müssen wir uns steigern´", so der ehemalige Rapid-Tormann.