Schiedsrichter-Assistent Alain Hoxha stand nach dem Wiener Derby im Zentrum der Kritik. Lesen Sie hier, was er selbst zu den Ausschlüssen und zur umstrittenen Elfer-Szene zu sagen hat.
Herr Hoxha, Austria-Trainer Daxbacher wirft ihnen vor, gelacht zu haben, als Diabang beim Stand von 0:2 eine große Chance verstolpert hat. Was sagen Sie dazu?
"Ich höre das das erste Mal. Mir ist nicht bewusst, dass ich gelacht hätte. Ich sehe meine eigene Mimik nicht. Ich denke nicht, dass ich absichtlich gelacht habe. Eventuell habe ich gerade an etwas anderes gedacht."
Finden Sie so einen Vorwurf unfair?
"Unfair insofern, weil es bereits mein zehntes Derby war. Acht habe ich mit Schiedsrichter Stuchlik, eines für Schörgenhofer absolviert."
Sie sollen im Nachwuchs für Rapid gespielt haben. Ergibt das bei solch umstrittenen Entscheidungen ein schiefes Bild?
"Ich habe in der U14 bis zur U18 Mittelfeld und Libero gespielt. Das stimmt."
Warum haben Sie gerade in diesem Moment vor dem Elfmeter entschieden, den Schiedsrichter berichtigen zu müssen? Ähnliche Szenen gibt es in jedem Match zu Hauf.
"Das ist eine gute Frage. In diesem Moment habe ich aus dem Bauch heraus entschieden. Ich habe nicht Rapid bevorzugt. Für mich spielte nur Grün gegen Violett. Ich habe die Situation so wahrgenommen und muss jetzt dazu stehen. Ich wollte mich nicht wichtig machen oder mich in den Mittelpunkt stellen."
Wäre es dann nicht angebracht gewesen, im Sinne der Tätlichkeit, die sie angezeigt habe, Bak Rot zu zeigen?
"Nein. Es war keine Tätlichkeit, sondern Foulspiel. Das wird von der UEFA unterschieden. Der Ellenbogen wurde nicht als Waffe eingesetzt. Der Spieler Bak hat aber mit seiner unnatürlichen Handbewegung ein eindeutiges Vergehen begangen. Meine Entscheidung ist regeltechnisch gedeckt."
Sie sollen als Regionalliga-Schiedsrichter auch schon mal die eine oder andere haarige Fehlentscheidung begangen haben.
"Als internationaler Assistent muss man Regionalliga pfeifen. Das verlangt die Regel. Ich bin bei der UEFA im Talente-Programm für Assistenten. In meinem Beruf bin ich Controller."
Für welche Wortwahl hat Milenko Acimovic die Rote Karte gesehen?
"Er hat mich in seiner Muttersprache und in Englisch beschimpft. Er hat mich beleidigt. Der Schiedsrichter wollte zuerst nur Gelb geben, wir haben aber über das Headset kommuniziert und die schlimme Wortwahl doch mit Rot geahndet."
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