Jürgen Klopp sorgt in seinem ersten DFB-Kader für einige Überraschungen. Am Donnerstag berief der neue deutsche Teamchef auch die beiden England-Legionäre Vitaly Janelt und Kevin Schade in seinen 44 Mann großen XXL-Kader ein. Janelt ist erstmals dabei, Schade kehrt ins Nationalteam zurück. Beide stehen gemeinsam beim Premier-League-Klub Brentford unter Vertrag.
In England machten die beiden Deutschen zuletzt aber nicht nur sportlich Schlagzeilen. Im März bewiesen sie in London Zivilcourage und stoppten einen rassistischen Angriff auf einen nigerianischen Sicherheitsmitarbeiter. Janelt und Schade hielten den Angreifer fest, bis die Polizei eintraf.
Der betrunkene Mann hatte den 63-Jährigen bedrängt und rassistisch beleidigt. Als die beiden Fußballer einschritten, wurden auch sie beschimpft. Ein Londoner Gericht verurteilte den Angreifer später zu einer Geldstrafe von knapp 2.000 Euro, zusätzlich muss er dem Sicherheitsmitarbeiter 175 Euro Entschädigung zahlen.
Sportlich ist vor allem Janelt für viele deutsche Fans ein eher unbekannter Name. Der 28-Jährige hat noch nie in der Bundesliga gespielt, kommt dafür bereits auf 165 Einsätze in der Premier League und zählt bei Brentford zu den Leistungsträgern.
Nun setzt auch Klopp auf die beiden Brentford-Profis. Gemeinsam für Deutschland auf dem Platz werden sie vorerst allerdings wohl nicht stehen: Im neuen Kader-Konzept des Teamchefs sind Janelt und Schade unterschiedlichen Kadern zugeteilt. Klopp hat sein 44-Mann-Aufgebot schließlich in zwei Kaderblöcke unterteilt, die sich abwechseln und jeweils nur zwei Spiele bestreiten sollen – abgesehen von Nico Schlotterbeck, Jamal Musiala und Serge Gnabry.