Jürgen Klopp sorgt bei seiner ersten Kader-Nominierung als Bundestrainer mit unerwarteten Aussagen für Aufsehen.
Statt ausschließlich über Fußball zu sprechen, wird der 59-Jährige politisch, thematisiert den Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt und hält ein Plädoyer für einen "positiven Patriotismus".
Seine zentrale Botschaft: Nationalstolz und die deutsche Fahne will Klopp nicht rechten Kräften überlassen.
Der 59-Jährige machte deutlich, dass er Nationalstolz nicht rechten Kräften überlassen wolle. "Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen", sagte Klopp am DFB-Campus in Frankfurt. Sein Wunsch: Die Deutschland-Fahne soll wieder selbstverständlich gezeigt werden können, ohne damit eine bestimmte politische Haltung zu verbinden.
Klopp verwies dabei auf die jüngste Wahl in Sachsen-Anhalt und den großen Erfolg der AfD. Manche hätten das Ergebnis wohl "okay" gefunden, andere sich gefragt: "Du lieber Himmel, was passiert denn da?"
Er selbst sei "kein Fachmann" für Politik, wolle aber "Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen". Weil der Begriff in Deutschland schnell unterschiedlich verstanden werde, spricht Klopp lieber von "positivem Patriotismus".
Einen bemerkenswerten Vergleich zog Klopp auch im Hinblick auf seine Kderplanung und die allgemeine Stimmung im Land: "Die Kaderzusammenstellung ist ein bisschen wie die generelle Situation in Deutschland. Wir sollten nicht gucken, was wir nicht haben, sondern was wir haben."
Klopps Aussagen bleiben auch in Berlin nicht ungehört. Politiker von SPD, CDU und Grünen griffen die Botschaft des neuen Bundestrainers auf und begrüßten dessen Plädoyer für einen offenen Patriotismus.
SPD-Chef Lars Klingbeil erklärte: "Jürgen Klopp spricht aus, was auch mich sehr beschäftigt: Die Deutschlandfahne gehört nicht den Rechtsextremen, die aus ihr ein Symbol der Ausgrenzung, Überheblichkeit oder Abwertung anderer machen wollen."
Auch aus der CDU kam Zustimmung. Generalsekretärin Franziska Hoppermann begrüßte Klopps Vorstoß, die deutschen Nationalfarben nicht politischen Extremisten zu überlassen.
Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner griff Klopps Formulierung ebenfalls auf. Auch sie wolle sich "die Flagge zurückholen" und Schwarz-Rot-Gold nicht jenen überlassen, die damit Ausgrenzung verbinden.