Für Oliver Baumann war es der große Traum – und dann kam unmittelbar vor der WM der bittere Rückschlag. Obwohl der Hoffenheim-Keeper lange als Nummer eins im deutschen Tor galt, entschied sich der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann kurz vor dem Turnier dazu, Manuel Neuer aus dem Ruhestand zurückzuholen und ihn zur Nummer eins zu machen.
Lange deckte Baumann seinen DFB-Trainer den Rücken, nachdem er jetzt aber vom neuen Trainer Jürgen Klopp nicht einmal berücksichtigt wurde, entlud sich der Frust beim Schützling von Christian Ilzer.
"Im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist. Das war unfassbar – auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich", sagt der 36-Jährige Hoffenheim-Profi gegenüber "Nitro". Wen genau Baumann mit seiner Aussage neben Nagelsmann meint, lässt er offen.
Dabei hatte Baumann auf dem Weg zur Weltmeisterschaft lange die besten Karten. In Abwesenheit von Marc-André ter Stegen war er unter Nagelsmann zur Nummer eins aufgestiegen. Noch in der WM-Generalprobe gegen Gastgeber USA stand er im Tor und überzeugte beim 2:1-Sieg.
Klopp nominierte für seine ersten vier Länderspiele gleich 44 Spieler – Baumann ist trotzdem nicht dabei. Im Tor setzt der neue Bundestrainer auf Marc-André ter Stegen, Alexander Nübel, Finn Dahmen, Noah Atubolu und Jonas Urbig.
"Die Entscheidung muss ich akzeptieren. Die gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren", sagt Baumann nach Hoffenheims 0:2 in der Europa League bei OFI Kreta. 13 Länderspiele absolvierte der TSG-Kapitän bislang für Deutschland – allesamt unter Nagelsmann. Ob weitere dazukommen, ist nach Klopps Neustart vorerst offen.