Was in Aarau im Norden der Schweiz als Party begann, endete in der Nacht auf Sonntag in einer Tragödie. Rund 3.500 Gäste trafen sich bei der Pferderennbahn im Aarauer Schachen für das "Aarau Rave VOL. 7". Gegen 2.30 Uhr kam es dann plötzlich zu lauten Knallgeräuschen, die anfangs für ein Feuerwerk gehalten wurden.
Erst bei dem Ruf "Alle runter!" war klar, dass es sich um Schüsse handelt. Unbekannte Täter hatten das Feuer auf die Menschenmenge eröffnet. Am Ende gab es eine Tote und fünf Verletzte. Nun hat die Polizei erste Details zu den Opfern und den Waffen der Angreifer verraten.
Demnach wurde eine Frau (22) aus Italien bei dem Anschlag erschossen. Die Verletzten sind zwischen 24 und 31 Jahren alt – eine davon kommt aus Deutschland. Die weiteren vier Verletzten seien Männer aus der Schweiz, berichtet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA unter Berufung auf die Aargauer Kantonspolizei. Die Opfer seien in Krankenhäuser gebracht worden. Die restlichen Rave-Besucher wurden in einer Turnhalle untergebracht.
Laut der Polizei sollen die Täter mindestens zwei Waffen verwendet haben. Demnach seien zwei Kaliber am Tatort gefunden worden. Unter diesen befanden sich 9‑Millimeter-Hülsen, die auf eine Pistole oder Maschinenpistole schließen lassen. Zudem wurden Hülsen vom Kaliber 5,45x39 gefunden. Diese kommen bei Sturmgewehren zum Einsatz und gelten als Standardkaliber des AK-74 – dies ist eine Weiterentwicklung der Kalaschnikow.
Anfangs sollen die Täter sogar aus einer Entfernung von 300 Metern geschossen haben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei der Toten und den Verletzten um Zufallsopfer gehandelt habe. Sie hätten keinerlei Verbindung zueinander gehabt.
Laut Zeugen sollen sich noch über 100 Menschen auf dem Festival befunden haben, als die Schüsse fielen. Es war zudem von zwei Tätern die Rede, eine Bestätigung seitens der Polizei gibt es dafür allerdings noch nicht. Die Schützen sind jedenfalls untergetaucht. Des Weiteren sei auch das Motiv hinter der Tat unklar.
Für die Ermittler seien jedoch drei Szenarien denkbar. So könnte es sich um einen Amoklauf gehandelt haben. Aber auch eine Tat im kriminellen Milieu oder ein Terroranschlag seien nicht auszuschließen.