Bei Red Bull ist 2025 nichts mehr wie früher. Erst das überraschende Aus von Langzeit-Teamchef Christian Horner, dann der Rückzug von Helmut Marko – nun meldet sich Konzernchef Oliver Mintzlaff zu Wort und zieht klare Linien.
Über zwei Jahrzehnte hatten Horner und Marko den Rennstall geprägt, Siege eingefahren, Weltmeister gemacht. Doch im Sommer kam der Knall: Horner musste gehen, wenige Monate später erklärte auch Marko seinen Abschied. Danach folgte öffentliche Kritik des Österreichers – inklusive Vorwürfen gegen seinen früheren Weggefährten.
Mintzlaff hält dagegen. Der Red-Bull-CEO macht klar, dass er diese Sichtweise nicht teilt und spricht von einem natürlichen Wandel innerhalb der Organisation. Nach mehr als 20 gemeinsamen Jahren sei es logisch, dass sich Rollen, Dynamiken und auch Menschen verändern. Die Vergangenheit wolle er dabei nicht schlechtreden, wohl aber einen Schlussstrich ziehen.
Um den vierfachen Weltmeister gab es zuletzt immer wieder Abgangsgerüchte, befeuert durch sportliche Rückschläge und den Weggang seines langjährigen Vertrauten Marko. Mintzlaff gibt sich jedoch demonstrativ gelassen und signalisiert nach außen absolute Überzeugung: Verstappen soll das Gesicht von Red Bull bleiben.
Der Vertrag des Niederländers läuft noch mehrere Jahre, inklusive Klauseln. Doch für den Konzernchef steht weniger das Juristische im Vordergrund als das Vertrauen. Entscheidend sei, dass der Fahrer spürt, dass das Team kompromisslos für ihn arbeitet – beim Auto, bei der Struktur, bei der Perspektive.
2026 steht die große Formel-1-Reform an: neue Autos, neue Motoren, neue Kräfteverhältnisse. Red Bull geht dabei einen riskanten Weg und entwickelt den Antrieb erstmals gemeinsam mit Ford. Ob dieser Schritt ein Meisterstück oder eine Schwachstelle wird, ist offen.
Klar ist: Verstappens Loyalität hängt weniger an Worten als an Performance. Liefert Red Bull auch in der neuen Ära ein siegfähiges Paket, bleibt alles ruhig. Gerät der Rennstall ins Hintertreffen, dürfte die Diskussion schnell wieder aufflammen.
Mintzlaff hat jetzt die Richtung vorgegeben. Ob sie auch die Zukunft sichert, entscheidet sich auf der Strecke.