Red Bull hat im Ungarn-Training die Nase vorn

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat die Ambitionen auf seinen ersten Sieg im Grand Prix von Ungarn bereits im freien Training unterstrichen. Er entschied beide Trainings vor seinem Teamkollegen Mark Webber für sich.

Der 26-jährige Deutsche erzielte am Freitag in beiden Einheiten Bestzeit. Am Nachmittag war Vettel auf dem Hungaroring in 1:21,264 Minuten der Schnellste - erneut vor seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber.

Auf den Plätzen folgten Romain Grosjean im Lotus, das Ferrari-Duo Fernando Alonso und Felipe Massa sowie Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Mercedes. Geheimfavorit Kimi Räikkönen kam im Lotus mit 0,747 Sekunden Rückstand nicht über Platz acht hinaus. Das für die Startaufstellung maßgebliche Qualifying folgt am Samstag (14.00 Uhr).

Vettel hat noch nie in Ungarn gewonnen, das will er am Sonntag (14.00 Uhr) ändern. "Das Auto scheint gut zu funktionieren, sowohl mit wenig als auch mit viel Benzin", versicherte der 26-jährige Deutsche. "Es schaut gut aus. Wir haben ein schnelles Auto, das auch zur Strecke passt. Die Trainings waren sehr gut für uns beide."

Heißes Rennen wartet auf die Piloten

Eine Ausfahrt musste Vettel allerdings vorzeitig abbrechen, weil die Bremse bei 31 Grad Lufttemperatur zu heiß geworden war - ein Vorgeschmack auf das Wochenende, an dem das Thermometer noch einmal um fünf Grad nach oben klettern soll. Die neuen Reifen hingegen, aus Sicherheitsgründen ab Ungarn der Struktur von 2012 nachempfunden, haben die Hierarchie in der Königsklasse bisher nicht auf den Kopf gestellt.

Der Kampf gegen die Uhr am Samstag ist in Budapest wichtiger als auf anderen Strecken. "Du musst vorne stehen, denn der Kurs ist der mit dem größten Überholverbot", erklärte Motorsportchef HelmutMarko. Tatsächlich war das Überholen ohne die technischen Hilfsmittel KERS und DRS auf dem Hungaroring früher fast gar nicht möglich. "Auch jetzt ist es noch wahnsinnig schwierig", sagte Marko. "Daher braucht man ein gutes Qualifying. Im Rennen muss man dann gut mit den Reifen umgehen."

Galizische Flaggen nach Zugunglück

Das tut der Lotus von Kimi Räikkönen, daher gilt der "Iceman" am Sonntag in der Gluthitze auch als Geheimfavorit. Im Training musste er sich 0,747 Sekunden hinter Vettel mit Platz acht begnügen. Auf den Seitenflächen der Heckflügel fuhr Räikkönen wie Grosjean mit galizischen Flaggen, um an das zu erinnern. Teambesitzer Gerard Lopez stammt aus Galizien.

Keine Probleme bereiteten die neuen Sicherheitsbestimmungen. Nachdem ein loses Rad von Webbers Auto in Deutschland einen Kameramann verletzt hatte, darf in der Boxengasse nur noch mit 80 statt bisher 100 km/h gefahren werden. Zudem müssen alle mit den Autos befassten Teammitglieder Helme tragen. Medienvertreter, vor allem zugelassene TV-Teams und Fotografen, dürfen sich in der Box nicht mehr frei bewegen.

Ecclestone zum Angreifen

Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone präsentierte sich beim ersten Auftritt seit Bekanntwerden seiner Bestechungs-Anklage betont volksnah. Zwischen den beiden Trainingseinheiten in Ungarn ging der 82-jährige Brite mit mehreren Spitzenpiloten zu den Fans im Kurvenbereich vor der Start-Ziel-Geraden - eine ziemlich ungewöhnliche Aktion. Ecclestone unterhielt sich entspannt mit einigen Zuschauern.

Die Piloten würdigten in Ungarn die Verdienste Ecclestones um die Königsklasse des Motorsports. "Unter dem Strich hat er es geschafft, die Formel 1 auf dieses Niveau zu bringen. Er ist für die Formel 1, die wir so lieben, verantwortlich", erinnerte Vettel. Es sei schön zu sehen, wie "ein Mensch allein mit der Liebe zum Sport so viel bewirken kann". Die Formel 1 sei mittlerweile weltweit jedem ein Begriff.

Die Bestzeiten des 2. Trainings:

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:21,264 Min.

2. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:21,308

3. Romain Grosjean (FRA) Lotus 1:21,417

4. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:21,426

5. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:21,544

6. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 1:21,802

7. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:21,991

8. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 1:22,011

9. Jenson Button (GBR) McLaren 1:22,180

10. Adrian Sutil (GER) Force India 1:22,304

Die Bestzeiten des 1. Trainings:

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:22,723 Min.

2. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:22,982

3. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 1:23,010

4. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:23,099

5. Romain Grosjean (FRA) Lotus 1:23,111

6. Jenson Button (GBR) McLaren 1:23,370

7. Adrian Sutil (GER) Force India 1:23,390

8. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:23,531

9. Sergio Perez (MEX) McLaren 1:23,591

10. Pastor Maldonado (VEN) Williams 1:23,841

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen