Red-Bull-Vorwurf: Hat Mercedes Bottas geopfert?

Valtteri Bottas
Valtteri BottasImago Images
Der verbale Schlagabtausch zwischen Mercedes und Red Bull Racing setzt sich fort. Diesmal geht es um die Rolle von Valtteri Bottas. 

Nach dem Qualifying zum Großen Preis von Aserbaidschan kannte der Jubel in der Box der "Silberpfeile" keine Grenzen. Lewis Hamilton hatte seinen Mercedes auf die zweite Startposition gestellt. Und das, obwohl das Weltmeister-Team in den Trainings nicht konkurrenzfähig war. 

Hinter dem überraschenden Pole-Setter Charles Leclerc und Hamilton war Max Verstappen im eigentlich überlegenen Red Bull nur auf dem dritten Platz gelandet. Ein Crash von Alpha-Tauri-Pilot Yuki Tsunoda in der Schlussphase hatte für die vierte rote Flagge des Zeittrainings und damit für das vorzeitige Ende des Qualifyings gesorgt. Der Niederländer konnte nicht mehr kontern.

Bottas "geopfert"?

Dass Bottas im dritten Qualifying-Abschnitt nur Letzter wurde, den Grand Prix am Sonntag vom zehnten Startplatz in Angriff nehmen muss, ging im Jubel der Mercedes-Box beinahe unter. Nicht allerdings bei Red-Boll-Motorsportdirektor Helmut Marko. 

"Sie haben sich gut erholt, aber man muss das schon in Relation sehen. Bottas hat seine Runde geopfert und hat Hamilton im Windschatten zu einer guten Runde gezogen. Das heißt, er hat im dritten Sektor um die vier, fünf Zehntel gewonnen", erklärte der Grazer bei "Sky". Bottas selbst hatte so keine Chance auf eine Pole-Runde. Zu Leclerc fehlten 1,4 Sekunden. 

Wolff erklärt Mercedes-Regel

Von einer Bevorzugung Hamiltons wollte Mercedes-Teamchef Toto Wolff allerdings nichts wissen. "Wir haben eine Regel: Dass sich die beiden immer abwechseln von Strecke zu Strecke und dieses Wochenende war Lewis dran auszuwählen, wer vorne fährt", erklärte der Mercedes-Boss. 

"Wir haben vor ein paar Jahren, als die beiden begonnen haben, zusammen im Team zu fahren, eine Münze geworfen, wer als erster die Wahl hat. Seither haben wir immer weiter alterniert", klärte der Teamchef später auf. Dass Bottas den Weltmeister auf dem gut zwei Kilometer langen Vollgas-Stück vorbei an Start und Ziel gezogen hatte, sei also reiner Zufall gewesen. 

Ein Windschatten sei außerdem keine Garantie für schnelle Runden. "Das ist manchmal so eine Sache. Das kann super funktionieren oder richtig ins Auge gehen. Meine Erfahrung ist: Immer, wenn man versucht, es besonders gut zu machen, klappt es nicht", so Wolff im "ORF". Wichtiger als die Windschatten-Spielchen sei das veränderte Setup an Hamiltons "Silberpfeil" gewesen. 

Im Rennen kann Bottas seinem Teamkollegen jedenfalls nicht mehr helfen. Einem packenden Grand-Prix-Fight steht also nichts mehr im Weg. 

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