Die Ausgangsposition nach dem 1:1 im Hinspiel ist nicht ideal, aber auch nicht hoffnungslos. Red Bull Salzburg darf vor dem Drittrunden-Qualifikations-Rückspiel zur Champions League am Dienstag (20.00 Uhr im "Heute"-Liveticker auf Deutsch und Türkisch) bei Fenerbahce Istanbul weiter vom Einzug ins Play-off und in weiterer Folge in die "Millionenliga" träumen. Die Kicker flogen am Montag nach einem Vormittagstraining in Salzburg mit viel Optimismus im Gepäck an den Bosporus.
) bei Fenerbahce Istanbul weiter vom Einzug ins Play-off und in weiterer Folge in die "Millionenliga" träumen. Die Kicker flogen am Montag nach einem Vormittagstraining in Salzburg mit viel Optimismus im Gepäck an den Bosporus.
Die Erinnerung an das Hinspiel in der ausverkauften Salzburger EM-Arena ist noch frisch. Die Salzburger zeigten in Teil eins des Duells mit den Türken eine feine Vorstellung mit gutem Offensivfußball, nur die fehlende Effizienz sowie ein bitteres Handspiel von Andreas Ulmer im Strafraum in der Nachspielzeit und der folgende Elfmetertreffer von Cristian verhinderten einen gerechtfertigten Heimsieg.
"Wir brennen darauf"
"Dass wir gegen Istanbul die bessere Mannschaft sein können, hat man gesehen. Wir brennen alle darauf, um unsere Chance zu kämpfen, dort in die nächste Runde einzuziehen", sagte Salzburgs Trainer Roger Schmidt. An der Ausgangsposition habe sich nichts geändert. "Es wird eine sehr schwierige Aufgabe, aber wir sind hoch motiviert", ergänzte Schmidt.
Seine Truppe müsse daher alles raushauen, was sie habe. "Es wird natürlich ein ganz anderes Spiel als gegen Innsbruck, aber es wird auch dort darum gehen, die zweiten Bälle zu gewinnen", meinte der Deutsche. Und die Salzburger müssen die Chancen, die sich bieten, auch nützen. "Ich hoffe, dass wir uns das ein oder andere Tor für Dienstag aufgehoben haben."
"Herz in die Hand nehmen"
Die Spieler brennen ebenfalls auf einen Einsatz im 50.000 Zuschauer fassenden Istanbuler Hexenkessel Sükrü-Saracoglu-Stadion. "Wir freuen uns auf das Spiel, das sind die Highlights. Wir müssen das Herz in die Hand nehmen und bis zum Ende Vollgas geben", sagte der Slowene Kampl.
Und ein überaus optimistischer Martin Hinteregger ergänzte: "Wir fliegen mit einem Supergefühl nach Istanbul. Wir haben gegen sie eine Super-Partie gespielt und können so eine Leistung noch einmal abrufen. Fenerbahce ist sicher zum Biegen, wir glauben alle fest daran." Auf ihn und seinen Innenverteidiger-Kollegen Ramalho wird viel Arbeit zukommen, daher viel abhängen im Kampf um den finanziell lukrativen Aufstieg. Dieser würde immerhin schon einen Fixplatz in der Europa-League-Gruppenphase mit sich bringen.
Keine Angst vor Hexenkessel
Vor der großen Kulisse und den stimmgewaltigen türkischen Anhängern haben die "Bullen" jedenfalls keine Angst. "Die Fans können einen eher beflügeln, es macht Spaß vor so vielen Zuschauern zu spielen", blickte Andreas Ulmer gelassen in Richtung Istanbul. Ein Tor müssen die Salzburger auf jeden Fall schießen, da bei einem torlosen Remis die Auswärtstorregel für Fenerbahce sprechen würde.
Vorsichtig optimistisch war deshalb auch Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick. "Die Chancen stehen 55:45 für Istanbul, nicht mehr", meinte der Deutsche. "Wir wollen weiterkommen und dafür sorgen, dass es im Stadion nach dem Spiel mucksmäuschenstill ist."
"Anhänger sind großer Trumpf"
Fenerbahce hat die Trümpfe also in der Hand. "Wir werden die nächste Runde erreichen", ist sich Mittelfeldspieler Cristian daher sicher. Der 30-jährige Brasilianer und Torschütze vom Hinspiel setzt auf die Unterstützung der fanatischen Fans der "Kanarienvögel". "Unsere Anhänger sind ein großer Trumpf", ist sich der Offensivspieler bewusst. Mit den Schlachtgesängen im Rücken werde sich seine Truppe von einer besseren Seite wie in der Mozartstadt präsentieren. "Ich glaube, dass wir zu Hause von Beginn an anders auftreten werden."
Die Türken sind auch aus finanzieller Sicht über dem heimischen Tabellenführer anzusiedeln. Das wird an den aktuellen Transfergerüchten deutlich. Demnach hat der 18-fache türkische Meister die Angel nach Paraguay-Teamstürmer Oscar Cardozo von Benfica Lissabon (Marktwert 17 Millionen Euro) sowie Nigeria-Teamspieler Emmanuel Emenike von Spartak Moskau (12 Mio.) ausgeworfen.