Bei Smartphones ging es in den vergangenen Jahren meist um bessere Kameras, schnellere Prozessoren und immer mehr KI. Redmi setzt beim neuen Note 17 Pro Max einen ganz anderen Schwerpunkt: Dieses Handy soll vor allem eines – möglichst lange nicht an die Steckdose müssen. "Heute" konnte das neue Akku-Monster bereits genauer unter die Lupe nehmen.
Der erste Eindruck fällt dabei überraschend hochwertig aus. Das Redmi Note 17 Pro Max fühlt sich angenehm an, wirkt wie aus einem Guss und kombiniert klare Kanten mit einer Form, die trotzdem nicht unangenehm in der Hand liegt. Die schimmernde Rückseite in Perlmutt-Optik ist Geschmackssache.
Ganz unauffällig bleibt das Smartphone ohnehin nicht. Das liegt schon an seiner schieren Größe. Auf der Vorderseite sitzt ein 6,83 Zoll großes AMOLED-Display mit 1.5K-Auflösung und bis zu 120 Hertz. Die Ränder sind dünn, das Bild wirkt dadurch beinahe flächendeckend.
Und dieser Bildschirm ist eines der großen Highlights. Farben leuchten kräftig, Bewegungen laufen flüssig und mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3.500 Nits bleibt der Inhalt auch draußen ausgezeichnet erkennbar. Dolby Vision und HDR10+ werden ebenfalls unterstützt. Die Kehrseite: Einhändige Bedienung kann man bei 6,83 Zoll praktisch vergessen.
Dafür soll das Redmi einiges aushalten. Gorilla Glass Victus 2 schützt die Vorderseite, das Gerät besitzt Zertifizierungen nach IP66, IP68, IP69 und IP69K gegen Wasser und Staub. Außerdem wirbt Xiaomi mit einer zertifizierten Sturzfestigkeit aus bis zu drei Metern Höhe.
Bei der Leistung gibt es dagegen keine großen Überraschungen. Im Inneren arbeitet der Snapdragon 6 Gen 5 gemeinsam mit 8 GB Arbeitsspeicher. Apps, Surfen, soziale Netzwerke und Videos laufen im Alltag problemlos, auch Videoschnitt in CapCut haut erstaunlich flüssig hin. Wer aufwendige Games mit maximalen Details spielen oder Flaggschiff-Leistung haben will, ist hier aber falsch.
Etwas gespart hat Xiaomi bei der Kamera, wobei auch das bei herkömmlichen Fotos kaum auffällt. Hinten gibt es eine 50-MP-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung sowie einen Ultraweitwinkel (mit gerade einmal 8 MP). Einen optischen Zoom sucht man vergeblich. Bei guten Lichtverhältnissen entstehen hübsche und farbenfrohe Schnappschüsse, die sich kaum von der höherklassigen Konkurrenz unterscheiden.
Die Frontkamera mit ihren 32 MP ist ebenso erstaunlich gut. Bei Zoom und schwierigem Licht wird der Abstand zu teureren Smartphones aber schnell sichtbar. Videos sind vorne wie hinten in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Wer sein Smartphone vor allem wegen der Kamera kauft, findet in dieser Preisklasse trotzdem bessere Alternativen.
Dann kommt allerdings der Grund, warum man sich das Redmi Note 17 Pro Max überhaupt genauer ansehen sollte: der Akku. Satte 9.210 mAh stecken in der europäischen Variante. Zum Vergleich: Noch vor wenigen Jahren hätte eine solche Kapazität eher zu einer Powerbank als zu einem Smartphone gepasst.
Möglich macht das die Silizium-Carbon-Technik, die eine höhere Energiedichte aufweist. Trotz des gewaltigen Energiespeichers bleibt das Gehäuse mit rund 8,6 Millimetern erstaunlich schlank. Bei normaler Nutzung sind mehrere Tage ohne Steckdose realistisch. Statt jeden Abend nach dem Ladekabel zu suchen, kann man das Aufladen tatsächlich wieder einmal vergessen. Im Ultra-Energiesparmodus rückt die restliche Akkulaufzeit leicht in den dreistelligen Stundenbereich.
Geht der Akku doch zur Neige, wird mit bis zu 100 Watt geladen. Außerdem kann das Redmi mit bis zu 27 Watt andere Geräte per Kabel mit Strom versorgen. Damit wird der riesige Akku bei Bedarf sogar zur Powerbank für Kopfhörer oder ein zweites Smartphone.
Ein Akku-Härtetest war leider nicht möglich. Das bereitgestellte Testgerät hatte die Angewohnheit, sich bei gesperrtem Display nach wenigen Minuten von selbst auszuschalten. Dabei dürfte es sich um einen seltenen Hardwarefehler handeln, der selbstverständlich unter die Gewährleistungsrechte (Austausch) fallen würde.
Das Redmi Note 17 Pro Max versucht gar nicht erst, in jeder Kategorie ein Flaggschiff zu sein. Kamera und Prozessor sind solide Mittelklasse, mehr aber auch nicht. Wer maximale Gaming-Leistung oder die beste Handy-Kamera sucht, sollte sich anderswo umsehen.
Dafür sind Display und vor allem die Ausdauer beeindruckend. Der 9.210-mAh-Akku verändert tatsächlich, wie oft man im Alltag ans Aufladen denken muss. Dazu gibt es ein riesiges, helles 120-Hertz-AMOLED und ein erstaunlich robustes Gehäuse.
Um rund 600 Euro (bzw. aktuell noch oft im Angebot eher um 500 Euro) ist das Redmi Note 17 Pro Max damit ein Smartphone für alle, die lieber tagelang Akku haben, als für Funktionen zu bezahlen, die sie ohnehin kaum benötigen. Keine 1.500 Euro, keine Spitzenkamera und kein Gaming-Prozessor – dafür ein starkes Display und endlich wieder ein Handy, das nicht jeden Abend oder vor dem Aus-dem-Haus-gehen nach der Steckdose verlangt.