Nach der unfreiwilligen Pause kehrt die Formel 1 in Miami nicht nur sportlich wieder zurück – auch hinter den Kulissen wurde an einigen Schrauben gedreht und einige Änderungen am technischen Reglement vorgenommen. Ob diese allerdings greifen, bezweifelt F1-Legende Helmut Marko schon jetzt.
"Prinzipiell muss man dem Reglement eine Chance geben, aber ich befürchte schon, dass die jüngsten Änderungen nicht groß genug sind", stellt Marko gegenüber der "Krone" klar. Dennoch fühlt sich für ihn die aktuelle Situation absurd an: "Im Moment ist es also so wie Fußball spielen mit einem eckigen Ball."
Für die Zukunft fordert er klare Entscheidungen. "Ich glaube, man muss bald einen Strich ziehen und sich deklarieren, wie es 2029 oder 2030 weitergeht." Für ihn wäre nachhaltiger Treibstoff eine Lösung: "Mit nachhaltigem Benzin können Verbrennungsmotoren prinzipiell ohne merklichen Leistungsverlust laufen."
Besonders kritisch sieht Marko die zunehmende Komplexität. "Es ist alles viel zu kompliziert", so der Steirer. Ein Beispiel liefert er gleich mit: "Ich sag nur Superclipping." Dabei verlieren Autos am Ende von Geraden trotz Vollgas plötzlich an Geschwindigkeit, weil Energie gespeichert wird. Für Marko auch ein Sicherheitsrisiko: "Genau da kommen ja auch die Sicherheitsaspekte hinzu."
Ob durch die vierwöchige Pause und die neuen Regeln die Konkurrenz wieder enger zusammenrücken wird? "Das glaube ich nicht. Mercedes ist viel zu gesettelt, die haben ein tolles Chassis, einen starken Motor und noch längst nicht alles gezeigt, sicher noch ein Ass im Ärmel", hat Marko auch zum Sportlichen eine klare Meinung. Er tippt deshalb weiter auf die Silberpfeile: "Für mich sind Kimi Antonelli und George Russell weiter die großen Favoriten."