Regierung berät über Aus von Sperrstunde & Lockdown

Die Gastro-Sperrstunde vermiest aktuell vielen Österreichern das Wochenende – und Gastronomen die Wintersaison.
Die Gastro-Sperrstunde vermiest aktuell vielen Österreichern das Wochenende – und Gastronomen die Wintersaison.FLORIAN WIESER / APA / picturedesk.com
Die Regierung soll angeblich ein Ende des Lockdowns für Ungeimpfte sowie ein Fallen der 22-Uhr-Sperrstunde andenken.

Knalleffekt am eigentlich ruhigen Samstagnachmittag. Wie "Puls24" aus "Wirtschafts- und Regierungskreisen" erfuhr, soll die Regierung aktuell nicht über Verschärfungen, sondern sogar über Lockerungen beraten.

Seit Weihnachten steigen die Corona-Zahlen konsequent an, eine regelrechte Omikron-Wand mit bis zu 30.000 neuen Fällen pro Tag baut sich vor uns auf. Aktuell sind 235.000 Österreicher aktiv infiziert, hunderttausende weitere deswegen in Quarantäne. In der GECKO-Sitzung am Freitag wurden deswegen neue Maßnahmen empfohlen: Bei den Testungen soll es zu Priorisierungen kommen, Krankenhauskapazitäten weiter ausgebaut werden.

Dramatischer GECKO-Report empfiehlt neue Maßnahmen >>

Februar-Lockerungen? 

Steigende Fallzahlen wirken sich normalerweise mit rund zwei Wochen Verzögerung auf die Krankenhäuser auf. Seit dem Beginn der Omikron-Welle sind nun bereits vier Wochen vergangen. Die Belagszahlen stiegen bisher aber kaum. Eine ähnliche Entwicklung gab es schon in Großbritannien, wo die Welle ihren Höchststand bereits hinter sich hat. Dort wird deswegen sogar die Maskenpflicht gelockert.

Einen ähnlichen Weg überlegt "Puls24" zufolge die Regierung: "Angesichts der Omikron-Entwicklung wird laut Regierungskreisen derzeit überlegt, die frühe Sperrstunde und den Lockdown für Ungeimpfte fallen zu lassen", heißt es im Bericht. Bleibe die Zahl der Intensivpatienten stabil, könnten schon nächste oder übernächste Woche Lockerungen kommen.

Auch Ministerin für Lockerungen

Dafür spricht auch, dass mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger ein Regierungsmitglied bereits vergangener Woche Lockerungen in Aussicht stellte. Sie hoffe, dass es bei den Sperrstunden-Regelungen schon sehr bald zu Lockerungen kommen würde, sagte sie am 13. Jänner im "APA"-Interview. Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler drängte unterdessen darauf, dass der Lockdown für Ungeimpfte ehestmöglich beendet werden sollte – sofern die Zahlen das hergeben.

GECKO-Dämpfer

Einen Dämpfer geben hingegen GECKO und das Prognose-Konsortium: Ein baldiges Abflachen der Omikron-Welle ist demnach nahezu ausgeschlossen. Nach längerer Zeit soll sich das auch wieder in den Krankenhäusern bemerkbar machen. Dort liegen aktuell 904 Patienten aufgrund ihrer Corona-Infektion, 198 davon auf der Intensivstation. Bis Anfang Februar werden auf letzterer wohl rund 60 Patienten hinzukommen, auf der Normalstation wird der Belag laut dem Prognose-Konsortium auf über 1.600 steigen. Aber: Geboosterte sind auch längerfristig zu bis zu 83 Prozent vor einer Hositalisierung geschützt.

Beratungen soll es innerhalb der Regierung zudem über eine Verkürzung der Quarantäne gegeben haben, um die Ausfälle in der kritischen Infrastruktur abzufedern. Quasi zeitgleich hielt aber GECKO fest, dass davon wohl nur wenige Menschen profitieren würden, weil die allermeisten auch nach drei Tagen noch positiv sind. Zudem verwies man auf den enormen Verwaltungsaufwand. 

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