Reinfried Herbst vor letztem Heimrennen in Schladming

Reinfried Herbst ist auf großer Abschiedstournee. Am Ende der Saison wird der 37-Jährige die Skischuhe an den Nagel hängen und seine Karriere beenden. Im "Heute"-Talk sprach der Slalom-Spezialist vor seinem letzten Heimrennen über die Ziele und die Schmerzen im Alter.

Reinfried Herbst ist auf großer Abschiedstournee. Am Ende der Saison wird der 37-Jährige die Skischuhe an den Nagel hängen und seine Karriere beenden. Im "Heute"-Talk sprach der Slalom-Spezialist vor seinem letzten Heimrennen über die Ziele und die Schmerzen im Alter.

Herr Herbst, was geht Ihnen vor dem letzten Heimrennen Ihrer Karriere durch den Kopf?

„Es ist keine Trauer, sondern eine riesige Vorfreude da – und Dankbarkeit. Trotz Höhen und Tiefen habe ich noch einmal die Möglichkeit, an den Start zu gehen. Natürlich ist das eine oder andere Ergebnis nicht nach Wunsch verlaufen, aber bei einem Heimrennen kann ich vielleicht noch mehr rauskitzeln.“

 

Spielen Ergebnisse heuer eine untergeordnete Rolle?

„Ich muss mir natürlich realistische Ziele setzen. Ich trage meinen Rucksack mit. Ich bin 37 Jahre alt, hab meine neun Knie-Operationen, Schulter-OPs, ich hab einiges mitgemacht. Der Kampf für ganz vorne ist um einiges härter geworden. Ich will die Energie, die Stimmung, die Atmosphäre einfach nochmal aufsaugen. Das letzte Hemd zu riskieren, wird nämlich immer schwieriger.“

 

Freut sich Ihr Körper schon auf das Karriereende?

„Der Körper schreit nach jedem Training: „Mechaniker, wo bist du.“ Ich hab nach dem Training sehr viel Physiotherapie, Heilpraktiker – meine ganze G’schicht ist mit sehr viel Aufwand verbunden. Ich darf deshalb auch nicht jammern.“

 

Haben Sie aus Ihrer Karriere das Maximum herausgeholt?

„Ja, ich bin sehr zufrieden. Ich bin nach wie vor sehr stolz, dass ich mich zu einer Zeit, als die Dichte im Team enorm war, trotz der Verletzungen immer durchgesetzt habe. Ich habe nie aufgegeben. So etwas prägt. Ich muss froh sein, dass es so lange gegangen ist. Ich bin zehn Jahre unter den 30 Besten mitgefahren. Das ist nicht selbstverständlich in diesem Geschäft.“

 

Geht sich noch ein Top-Resultat aus?

„Ich hoffe natürlich noch irgendwie, dass ich meinen Lucky Punch mache und ein Topergebnis einfahre. Ich will sehen, was der Herbstl mit 37 noch rauskitzeln kann aus sich. Am Stockerl zu stehen, wäre das Allergrößte. Aber das ist so weit weg, dass ich nicht dran denken will. Mit ein bisschen Sichtglück vielleicht unter die Top Fünf irgendwie. Dem Klaus Kröll ist es in der Abfahrt auch gelungen.“

 

Henrik Kristoffersen ist momentan das Maß aller Dinge. Wie würden Sie in der Topform von früher gegen ihn abschneiden?

„Man kann das nicht vergleichen. 2009, 2010 sind wir einfach um eineinhalb Meter weiter gefahren vom Torabstand her. Mittlerweile merkst du, dass der Radius noch kürzer ist. Es ist also noch mehr vom Setup und dem Material abhängig. Es wäre also vermessen, irgendwelche Vergleiche zu ziehen.“

 

Was halten Sie generell von Kristoffersen?

„Kristoffersen ist natürlich in einer Bombenform und ein spezieller Typ. Er fährt einen enorm kurzen Druck. Es gibt zwar viele Stile, die erfolgreich sein können, aber der Henrik hat momentan auch den Kopf dazu. Er hat die Sicherheit, das Selbstvertrauen und fährt den besten Schwung. Die Kurssetzung heuer kommt seiner Technik auch entgegen.“

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