Andi Herzog ist mit seinem israelischen Team erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet. Mit dem Sieg gegen Österreich sorgte er auch international für Schlagzeilen.
In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung spricht der 50-jährige Wiener über Rassismus in den Fußballstadien und erklärt, warum für ihn die Religion keine Rolle spielt.
"Ich finde es schade, dass es offensichtlich nicht für alle Menschen selbstverständlich ist, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen zu zeigen. Daher ist es so wichtig, dass man das Antisemitismus-Problem in den Griff bekommt. Diejenigen, die mit antisemitischen Parolen oder gar Übergriffen auffallen, müssen gnadenlos bestraft werden. Wenn ich sehe, dass es europaweit in den Stadien immer wieder rassistische Vorfälle gibt, ist das schockierend. Übeltäter müssen richtig schwer bestraft werden. Und es müssen klare Regeln gelten", betont Herzog.
Laut seinen Aussagen dient der Sport als Vorbild. Für ihn spiele es keine Rolle, welche Religion ein Spieler ausübt. Im letzten Spiel standen sechs Juden und fünf Araber in der Startelf. "Da gibt es null Probleme untereinander. Im Gegenteil: Wir haben einen großartigen Teamspirit", so der Teamchef.
Er selbst hat auch schon mal eine Kippa getragen: "Zum Beispiel, als wir vergangenen September das jüdische Neujahrsfest mit der Nationalmannschaft Israels gefeiert haben oder beim Abendessen mit dem Betreuerstab." (Heute Sport)