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Rettende Lauda-Lunge aus Deutschland eingeflogen

Nach der Lungentransplantation bei Niki Lauda werden nun immer mehr Details bekannt. Das rettende Organ wurde aus Deutschland eingeflogen.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:53

Nach seiner lebensrettenden Lungen-Transplantation befindet sich Niki Lauda auf der Intensivstation des Wiener AKH in der Aufwach-Phase. Diese kann bis zu drei Tagen dauern. "Wir haben keine Eile", erklärte Operateur Prof. Walter Klepetko zum Gesundheitszustand des 69-Jährigen.

Am Donnerstag wurde Lauda die Spenderlunge eingesetzt. Dem sind dramatische Stunden vorausgegangen, wie nun bekannt wurde.

Vier Tage nach Lunge gesucht

Lauda wurde bereits sieben Tage lang durch extrakorporale Membran-Oxygenierung beatmet. Dabei erfolgt die Sauerstoff-Sättigung des Blutes bei vollem Bewusstsein durch eine Pumpe außerhalb des Körpers.

So wäre Laudas Lebenserwartung bei nur wenigen Tagen, möglicherweise einer Woche gewesen. Deshalb wurde fieberhaft nach einem Spenderorgan gesucht. Das dauerte vier Tage. Erst Mittwochnacht wurde eine passende Lunge in Deutschland gefunden. Aufgrund der drastischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes kam Laude in die höchste Dringlichkeitsstufe.

Per Flugzeug ging es nach Wien. Mittels Polizeieskorte wurde die lebensrettende Lunge ins AKH gebracht. Dort können Organe mittels Ex-vivo-Lungenperfusion vor der Transplantation wiederhergestellt werden. Bei Lungen ist größte Eile geboten, sie müssen binnen kürzester Zeit transplantiert werden.

Sechsstündiger Eingriff

Am Donnerstagmorgen erfolgte dann die lebensrettende Transplantation beim dreifachen Formel-1-Champion. Sechs Stunden lang wurde operiert. "Ein Routineeingriff", wie Klepetko erklärte.

Das Organ wurde durch Eurotransplant zugeteilt. Die Vermittlungsstelle für Organe ist in neben Österreich und Deutschland auch in den Benelux-Staaten, Slowenien, Kroatien und Ungarn aktiv.

Klar ist: Ein deutscher Organspender rettete das Leben des dreifachen Formel-1-Weltmeisters und Airline-Gründers. Denn im Gegensatz zu Österreich, wo jeder Organspender ist, sollte er nicht ausdrücklich widersprochen haben, muss man sich bei unseren Nachbarn als Organspender registrieren lassen. (Heute Sport)

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