Der altehrwürdige große Schwurgerichtssaal im Wiener Landesgericht aus der Kaiserzeit war zweifellos Schauplatz großer Prozesse. Brutale NS-Täter, gewissenlose Mörder und prominente Politiker saßen seither auf der hölzernen Anklagebank – schwitzend nahm im November 2023 TV-Star Teichtmeister hier sein Urteil entgegen.
Kurz danach begann die Baustelle. Der klassizistische Prunkbau wurde mühevoll saniert, Boden, Bänke, Geländer, Marmorwände poliert. "Wir fanden sogar eine Firma, die die historische Bestuhlung des Senats restaurieren konnte – inklusive neuen Leders", frohlockte Friedrich Forsthuber, der Präsident des Wiener Landesgerichts, beim "Heute"-Lokalaugenschein im Saal.
Richter, Staats-(Anwälte), Schriftführer, Übersetzer und Geschworene können künftig selbst bei langen Verhandlungen angenehm sitzen. "Allein die historische Anklagebank aus Holz bleibt weiterhin sehr hart", gesteht Forsthuber ein – alles sei eben originalgetreu saniert worden.
Fest steht: Von der neuen Lüftung mit moderner Klimaanlage, hellen Deckenleuchten, neuem Beamer, verbesserter Tonanlage und schnellen Kabeln profitieren auch die 150 zugelassenen Zuschauer und Kiebitze. Schon heute findet schon die erste Gerichtsverhandlung statt – es geht um Körperverletzung und Sachbeschädigung. Selbstverständlich gilt auch weiterhin die Unschuldsvermutung.