Die Biolumineszenz ist in der Tiefsee weit verbreitet, doch bei Seespinnen war sie bisher kaum untersucht. Jetzt haben belgische Wissenschafter zwei Arten dieser marinen Gliederfüßer genauer unter die Lupe genommen.
Bei Colossendeis tasmanica und Colossendeis minor handelt es sich um riesige Seespinnen mit extrem langen Beinen. Das Forschungsteam der Universität Louvain unter Professor Jérôme Mallefet untersuchte insgesamt neun Exemplare.
Die Tiere können aus ihren Beinen tiefblaues Licht aussenden, wie Scinexx unter Berufung auf die Fachzeitschrift "Deep Sea Research" berichtet. Das Licht hat sein Maximum bei 449 Nanometern und tritt ausschließlich an den Beinen auf – am stärksten an deren äußersten Abschnitten.
In Experimenten löste Kaliumchlorid ein deutliches blaues Leuchten von fünf bis zehn Minuten aus. Die Forscher vermuten, dass ein kalziumabhängiges Photoprotein für das Leuchten verantwortlich ist.
Welche ökologische Funktion das Leuchten erfüllt, bleibt vorerst offen. Denkbar wären Signale an Artgenossen, eine Rolle beim Beutefang oder eine Abwehrfunktion. Keine dieser Erklärungen konnte in der Studie direkt getestet werden.
Berichte über leuchtende Seespinnen reichen mehr als ein Jahrhundert zurück. Doch bisher war unklar, ob die Tiere eigenes Licht erzeugen oder fremdes Leuchtmaterial aufgenommen haben. Diese Frage ist nun beantwortet.