Ein internationales Forschungsteam setzt auf eine ungewöhnliche Methode, um geschädigte Korallenbestände im Atlantik zu regenerieren: künstliche Riffe aus dem 3D-Drucker. Insgesamt 23 Strukturen wurden vor der irischen Porcupine Bank und im französischen Golf von Biskaya ausgebracht.
Die Module bestehen aus CO2-reduziertem Beton mit vulkanischen Bestandteilen. Jedes Stück ist etwa 80 Zentimeter hoch, rund einen Meter breit und wiegt ungefähr 600 Kilogramm.
Wie "3druck.com" berichtet, gehören die Arbeiten zu den Projekten REDECOR und REDRESS. Beteiligt sind unter anderem die University of Galway, Ifremer und die Sorbonne Universität.
Durch den 3D-Druck lassen sich komplexe Geometrien mit Tunneln, Vorsprüngen und Überhängen gezielt integrieren. Dadurch entstehen geschützte Bereiche und Oberflächen, auf denen sich Korallenlarven und andere Meeresorganismen ansiedeln können.
"Diese Tiefsee-Korallenriffe bieten einer Vielzahl von Meereslebewesen einen lebenswichtigen Lebensraum, doch viele von ihnen wurden über viele Jahre hinweg geschädigt", erklärt Dr. Anthony Grehan, Tiefseeökologe an der University of Galway. Da die Korallen nur wenige Millimeter pro Jahr wachsen, könne die natürliche Erholung zerstörter Riffe Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern.
Die Module liegen in Tiefen zwischen 900 und 1.100 Metern. Einige wurden zusätzlich mit Austernschalen, keramischen Platten oder lebenden Korallenfragmenten ausgestattet. Untersucht werden insbesondere Lophelia pertusa und Madrepora oculata, zwei wichtige riffbildende Kaltwasserkorallenarten.
"Der Schutz dieser Gebiete allein reicht nicht aus; eine aktive Wiederherstellung von Kaltwasserkorallen ist dringend erforderlich", betont Marie-Claire Fabri, Forschungsingenieurin am Ifremer. Das Verbot der Grundschleppnetzfischerei habe zwar geholfen, den direkten Druck zu verringern – doch angesichts des langsamen Wachstums könne man nicht einfach darauf warten, dass sich die Korallen von selbst erholen.