Großeinsatz am frühen Dienstagmorgen in Kiel: Rund 200 Polizisten rückten zum sogenannten "Weißen Riesen" im Stadtteil Mettenhof aus. Das 22-stöckige Wohnhochhaus wurde von den Einsatzkräften umstellt, während Ermittler Wohnung für Wohnung durchsuchten.
Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Kiel sollen laut BILD sämtliche Bewohner DNA-Proben abgeben. Eine Staatsanwältin begleitet den Einsatz, zusätzlich setzt die Polizei Drohnen zur Unterstützung ein.
Hintergrund der Razzia ist ein Vorfall vom 2. Juni. Kurz nach Mitternacht wurde aus einer bislang unbekannten Wohnung ein kiloschweres Stück einer Gehwegplatte auf einen Polizeiwagen geworfen.
Der Betonbrocken durchschlug die Frontscheibe des Fahrzeugs. Eine 25-jährige Polizistin erlitt dabei schwere Verletzungen an Hand und Sprunggelenk und ist bis heute dienstunfähig.
Die Staatsanwaltschaft wertet den Fall als versuchten Mord. Bislang ist jedoch unklar, aus welcher Wohnung der Betonblock geworfen wurde. Obwohl für Hinweise auf den Täter eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt wurde, konnten die Ermittler den Verdächtigen bisher nicht ausfindig machen, berichtet die deutsche Boulevardzeitung.
Der "Weiße Riese" am Kurt-Schumacher-Platz ist mit 85 Metern das höchste Wohngebäude Kiels. Das Hochhaus mit 242 Wohnungen wurde zwischen 1968 und 1971 errichtet und gehört seit 2014 dem Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties.
Seit Jahren sorgt das Gebäude wegen sozialer Probleme und seines Zustands immer wieder für Schlagzeilen. Auch die Polizei ist dort regelmäßig im Einsatz. Sprecherin Stephanie Lage sagte zu BILD: "2025 gab es 107 Polizeieinsätze in dem Haus."