Roger Schmidt wird Leverkusen-Trainer

Bild: GEPA

Roger Schmidt wird Coach des deutschen Bundesligisten Bayer Leverkusen. Der 47-Jährige verlässt Red Bull Salzburg mit Saisonende. Schmidt führte die Truppe diese Saison höchst erfolgreich zum früh entschiedenen Meistertitel und ins Achtelfinale der Europa League.

mit Saisonende. Schmidt führte die Truppe diese Saison höchst erfolgreich zum früh entschiedenen Meistertitel und ins Achtelfinale der Europa League.

Der Deutsche wurde zuletzt auch mit Eintracht Frankfurt in Verbindung gebracht, hatte eine Entscheidung über seine Zukunft aber bis dato offen gelassen. Auch ein Verbleib in Österreich, um mit Red Bull die Champions League-Teilnahme in Angriff zu nehmen, wäre eine Option gewesen.

Kostet Schmidt-Abgang 1,3 Millionen?

Die "Sport Bild" hatte bereits am Mittwoch über ein Treffen zwischen Schmidt und Verantwortlichen von Leverkusen berichtet. Schmidt verneinte das auf Nachfrage auch nicht, sagte aber nur: "Das sind Sachen, die einfach vertraulich sind." Sein Vertrag bei den Salzburgern läuft bis Sommer 2016, er war erst im Dezember verlängert worden. Der Kontrakt dürfte allerdings über eine Ausstiegsklausel verfügen, die einen Wechsel für eine Ablösesumme von kolportierten 1,3 Millionen Euro möglich macht.

Bullen wollten ihn behalten

Die "Bullen"-Kicker hofften bis zuletzt auf einen Verbleib ihres Erfolgstrainers. "Wir möchten, dass er unser Trainer bleibt, aber letztendlich ist es seine Entscheidung, und die können wir nicht beeinflussen und respektieren wir", sagte Kapitän Jonatan Soriano am Donnerstag.

Der Meister ist am Samstag in der 34. Liga-Runde bei Verfolger Rapid zu Gast.

Seite 2: Alles über Erfolgstrainer Roger Schmidt!

Roger Schmidt kam im Sommer 2012 als No-Name-Trainer nach Österreich, inzwischen ist er als Architekt des Salzburger Erfolgsteams unumstritten und hat mit seiner Umsetzung von pressingorientiertem Angriffsfußball europaweit von sich Reden gemacht. Für seinen deutschen Landsmann und Sportdirektor Ralf Rangnick ist der 47-Jährige schon jetzt "einer der interessantesten Trainer in Deutschland".

Als Schmidt im Sommer 2012 bei Fußballmeister Red Bull Salzburg als Nachfolger Ricardo Moniz' vorgestellt wurde, fiel eine Einschätzung schwer. Das blamable CL-Aus gegen Düdelingen wenige Wochen später gab voreiligen Zweiflern Recht. "Der österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz muss nach einem neuen Zaubertrank suchen, um seinen Spielern Flügel zu verleihen", schrieb die Luxemburger Zeitung "Le Quotidien" damals. Freilich hatte man diesen bereits gefunden. Doch der Trank musste erst wirken.

"Auf Anhieb beeindruckt"

Selbst in dieser bitteren Stunde wirkte Schmidt ruhig und seiner Sache sicher. Vielleicht auch, weil er sich 2007 schon fast gegen den Profifußball und für seine Familie bzw. den Ingenieurs-Beruf entschieden hatte. Doch nach drei Trainerjahren beim Unterhausclub Delbrücker SC fruchtete die Überzeugungsarbeit von Preußen Münster. "Er hat mich auf Anhieb mit seinem Charisma beeindruckt", erinnert sich Preußen-Präsident Marco de Angelis. "Er ist ein extrem führungsstarker Trainer."

Schon in Münster setzte Schmidt auf Offensivfußball, auf Anhieb gelang 2008 der Aufstieg in die vierte Spielstufe. Ein weiterer Vorstoß blieb ihm mit Preußen zwar verwehrt, aufgrund der hohen Erwartungshaltung musste er 2010 sogar verfrüht gehen. Zweitligist Paderborn war freilich längst auf Schmidt aufmerksam geworden und schaffte mit ihm 2012 fast sogar den Aufstieg ins Oberhaus.

Aus verwöhnten Stars wurde Hunger auf Tore

Immerhin kassierten die Paderborner 2012 von Red Bull eine kolportierte Million Euro für ihren Coach - Geld, das sich längst amortisiert hat. Schmidts Verdienst ist nicht nur die Etablierung eines attraktiven spielerischen Konzepts. Vor allem hat es der ehrgeizige Mann aus dem Sauerland geschafft, in Salzburg bisher vermisste Tugenden zur Norm zu machen.

Wo einst als verwöhnt geltende Stars und Halbstars teilweise lustlos ihrer Arbeit nachgingen, ist nun eine großteils junge, freilich auch talentierte Truppe am Werk, der selbst in scheinbar unwichtigen Partien und Spielphasen stets der Hunger auf Tore sowie ein unbedingter Siegeswillen anzumerken ist.

"Den Modus, wo man den Ball nach hinten spielt, aufhört zu spielen, den gibt es bei uns nicht", beschreibt Schmidt ein Schlüsselelement seines Konzepts. Seine Menschenführung folgt dem Credo "Lieber ein Lächeln als die Peitsche", wichtig ist ihm nicht zuletzt die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen. "Man muss authentisch bleiben und einen geradlinigen Stil verfolgen", betonte er einmal.

Zweifacher Vater

In der Öffentlichkeit gibt sich der zweifache Vater, dessen Familie nach Salzburg übersiedelte, als zurückhaltend und - durchaus passend zur Vereinslinie - wenig mitteilungsbedürftig. Mit Schiedsrichtern oder Trainerkollegen hat Schmidt freilich schon einige hitzige Momente hinter sich.

Roger Schmidt (Deutschland/47 Jahre):

Geboren: 13. März 1967 in Kierspe (Nordrhein-Westfalen)

Spieler-Karriere:

Position: Mittelfeld

Vereine: TuS Paderborn-Neuhaus (bis 1995), SC Verl (deutsche Regionalliga, 1995 bis 2002), SC Paderborn (dt. Regionalliga, 2002/2003), SV Lippstadt (Oberliga Westfalen, damals vierthöchste Spielklasse, 2003/2004)

Trainer-Karriere:

Delbrücker SC (Verbandsliga, dann Aufstieg in

Oberliga Westfalen, 2004-2007), Preußen Münster (Oberliga Westfalen, dann Aufstieg in Regionalliga West, vierte Spielklasse, 2007-2010), SC Paderborn (Zweite deutsche Bundesliga, 2011/12), Red Bull Salzburg (seit Sommer 2012)

Größte Erfolge als Trainer:

Meister mit RB Salzburg 2013/14, Europa-League-Achtelfinale 2013/14, Platz fünf mit Paderborn in der

zweiten Deutschen Bundesliga 2011/12

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