Seit Jänner 2023 kickt Fußball-Gigant Ronaldo in der Wüste, heuerte bei Hauptstadt-Klub Al-Nassr an. Eigentlich waren mit der Verpflichtung des Star-Spielers aus Portugal Erfolge vorprogrammiert. Doch die haben sich für Al-Nassr bisher noch nicht eingestellt – mit der Ausnahme des Titels beim Arab-Club-Champions-Cup. Doch Meistertitel, Cup-Erfolge? Fehlanzeige.
Genau das könnte sich nun aber ändern. Denn Ronaldo liegt in seiner dritten ganzen Saison als Al-Nassr-Spieler mit seinem Verein aktuell auf Titelkurs. Der Hauptstadtklub hat bei einem Spiel weniger zwei Punkte Vorsprung auf den Dauer-Rivalen Al-Hilal und vier Zähler Vorsprung auf Al-Ahli mit dem Ex-Salzburg-Trainer Matthias Jaissle an der Seitenlinie.
Und genau bei Al-Ahli ist der Frust aktuell riesengroß. Hauptverantwortlich dafür ist das 1:1 gegen Mittelständler Al-Feiha am Mittwoch, das einen Rückschlag im Meisterrennen darstellte. Bei Al-Ahli war jedenfalls die Aufregung groß, der Jaissle-Klub fühlte sich benachteiligt, sah gleich vier mögliche Handspiel-Elfmeter, keiner davon war gegeben worden. Das brachte Jaissle, seine Spieler und schließlich Offizielle des Vereins auf die Palme.
Einige äußerten danach gar einen üblen Verdacht gegen die Schiedsrichter: Sie sollen parteiisch sein. So schrieb etwa der brasilianische Topspieler Galeno auf X: "Sie können ihnen schon jetzt den Pokal überreichen, das ist es, was sie wollen." Damit unterstellte der Flügelflitzer freilich eine Bevorzugung Al-Nassrs. "Sie wollen uns auf jeden Fall aus dem Titelrennen drängen, sie wollen den Pokal einer bestimmten Person geben – das ist eine Respektlosigkeit gegenüber unserem Verein", so der 28-Jährige ohne den Namen Ronaldo in den Mund zu nehmen.
Ivan Toney, englischer Stürmer in Diensten des Jaissle-Klubs, hatte eine Insta-Story veröffentlicht, diese später aber wieder gelöscht. "Wir wissen es doch. Wem wollen wir den ersten Platz streitig machen? Wem nützt das? Das ist doch klar. Ich weiß nicht, was wir noch tun können. Wenn man den Ball mit beiden Händen fängt, ist das ein Elfmeter? Als wir versuchten, mit dem Schiedsrichter zu reden, sagte er uns, wir sollten uns auf die asiatische Champions League konzentrieren. Wie kann der Schiedsrichter so etwas sagen?", stand in dem brisanten Posting.
Der Verein veröffentlichte ebenso eine Erklärung. Die Schiedsrichterentscheidungen hätten "einen direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Endergebnis" gehabt, "was wiederum die Position der Mannschaft im Titelrennen beeinträchtigte. Solche Fehler wecken berechtigte Zweifel am Auswahlverfahren für Schiedsrichter und den angewandten Kriterien", hieß es vonseiten Al-Ahlis. Der Klub sprach sogar von "ungerechten Schiedsrichterentscheidungen" und einer "inakzeptablen Situation, die weder der Entwicklung des Wettbewerbs förderlich ist, noch den Grundsatz der Wettbewerbsgerechtigkeit wahrt, der die Grundlage jedes erfolgreichen Turniers sein muss."
Leader Al-Nassr trifft derweil am Samstag auf den schwer abstiegsgefährdeten Tabellen-Vorletzten Al-Okhdood.