Mohrenkopf-Sager

Rassismus-Skandal – Fußball-Klub entlässt Funktionäre

Der FC Luzern zieht nach einem Rassismus-Vorfall im U20-Spiel der Frauen gegen Zürich die Konsequenzen. Zwei Funktionäre müssen ihren Posten räumen.
Sport Heute
10.04.2026, 09:04
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Der Schweizer Frauenfußball wird von einem Rassismus-Eklat erschüttert. Während eines U20-Spiels wurde die Zürich-Nachwuchsspielerin Deborah Nyota von einem Luzerner Funktionär als "Mohrenkopf" beschimpft. Auch ein zweiter Funktionär des FC Luzern war in den Vorfall verwickelt. Am Mittwoch reagierte der Klub mit einer klaren Ansage: "Im Rahmen des U20-Meisterschaftsspiels der Juniorinnen vom vergangenen Samstag gegen die Grasshoppers Zürich kam es zu einem Vorfall, bei dem ein Mitarbeiter gegen die klaren Werte des FC Luzern in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung verstoßen hat. Zudem war auch ein weiterer Funktionär in den Vorfall involviert."

"Nach Abschluss der umgehend eingeleiteten und konsequent durchgeführten internen Aufarbeitung des Vorfalls hat der FC Luzern entschieden, die beiden Mitarbeitenden per sofort freizustellen", teilt der Verein mit. Sportchef Remo Meyer stellt klar: "Das Verhalten der beiden Funktionäre war in keiner Weise akzeptabel – weder in der Wortwahl noch in der Reaktion auf die dadurch ausgelöste Dynamik. Wir distanzieren uns entschieden davon. Bezüglich Rassismus verfolgt der FC Luzern eine klare Nulltoleranz-Haltung."

"Happy, dass sie ihre Strafen bekommen"

Kabela, die betroffene Spielerin von Zürich, erklärt: "In dem Moment habe ich es zwar wahrgenommen, aber nicht sofort realisiert, was genau gesagt wurde. Erst als meine Gegenspielerin zu mir meinte, ich solle es nicht persönlich nehmen, wurde mir bewusst, was gesagt wurde." Sie ergänzt: "Wir schreiben das Jahr 2026 – und solche Dinge passieren immer noch. Das ist einfach unsportlich und respektlos."

Nach dem Rauswurf der beiden Luzerner Funktionäre ist das 17-jährige Talent erleichtert. Sie sagt: "Ich bin sehr, sehr happy, dass sie ihre Strafen bekommen haben. Ich hoffe, sie lernen etwas daraus." Auch die Grasshoppers Zürich haben sich zu dem Vorfall geäußert: "Rassismus, Diskriminierung und jede Form von Ausgrenzung haben bei uns keinen Platz. Wir distanzieren uns entschieden von solchen Haltungen und stehen für ein offenes, faires und inklusives Miteinander auf und neben dem Platz."

Der Vorfall wurde bereits an Swiss Sport Integrity gemeldet. Derzeit prüft der Klub, ob ein Hausverbot für die Betroffenen am GC-Campus ausgesprochen wird. Auch der Schweizerische Fußballverband reagiert: "Es wird der Spielbericht ausgewertet sowie Stimmen der Schiedsrichterin und der beteiligten Parteien eingeholt. Mit diesen Abklärungen wird das entsprechende Verfahren eröffnet", so der Verband. "Die konkreten Maßnahmen hängen vom Ergebnis der laufenden Untersuchung ab, weshalb wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu möglichen Strafen äußern können."

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