Am Sonntag ist es so weit. Ab 17 Uhr steigt das 349. Wiener Derby. Erneut werden jedoch keine Rapid-Fans im Stadion vertreten sein. Nach den Ausschreitungen im Februar, bei denen Hooligans Raketen auf das Spielfeld und in benachbarte Sektoren schossen, bleibt der Auswärtssektor leer.
Der Verzicht ist Teil der Konsequenzen, die auf die Vorfälle folgten. Rapid hat entschieden, bis zur Saison 2028/29 kein Auswärtskontingent mehr in Anspruch zu nehmen. Zudem wurde eine zuvor ausgesprochene Bewährungsstrafe vom Senat 1 der Bundesliga widerrufen.
In der Folge waren der Block West und die Gegentribüne in den vergangenen drei Heimspielen gesperrt. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe in Höhe von 100.000 Euro verhängt.
Kritik an den Ausschreitungen kommt auch von Erwin "Jimmy" Hoffer. Der Meisterstürmer von 2008 zeigt im Podcast "Gelb-Rot" kein Verständnis für die Vorfälle und nimmt die Verantwortlichen in die Pflicht. "Wir haben in jedem Stadion eine immense Technik. Wir können sagen, ob ein Stürmer drei oder vier km/h gelaufen ist, aber wir finden nicht diejenigen, die für die Ausschreitungen verantwortlich sind."
Dabei stellt Hoffer auch die Arbeit der Behörden infrage. "Können wir sie nicht finden oder wollen wir sie nicht finden? Ich glaube, die Technik dafür hätten wir, wenn man es wirklich will oder muss."
Für das Derby am Sonntag hat die Austria zumindest eine kreative Lösung für den verwaisten Auswärtssektor gefunden. Mehrere karitative Einrichtungen in Wien wurden kontaktiert und erhalten ein Kontingent an Gratistickets. Der Klub rechnet damit, dass zwischen 150 und 200 Menschen den Sektor nutzen werden. Bis Mittwochabend waren bereits 13.300 Karten für das Derby verkauft, rund 700 Tickets sind noch erhältlich.