Sport

Rosberg behält Sieg im Reifenplatzer-Rennen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:52

Der Grand Prix von Großbritannien wurde zur endgültigen Bankrotterklärung für Pirelli. Zahlreiche Reifenplatzer beeinflussten das Rennen maßgeblich. Nico Rosberg feierte im Chaos seinen zweiten Saisonsieg. Sebastian Vettel behielt trotz seines Ausfalls die WM-Führung. Doch Rosberg musste vor den Rennkommissaren antanzen, sein Sieg war in Gefahr.

Der Grand Prix von Großbritannien wurde zur endgültigen Bankrotterklärung für Pirelli. Zahlreiche Reifenplatzer beeinflussten das Rennen maßgeblich. Nico Rosberg feierte im Chaos seinen zweiten Saisonsieg. Sebastian Vettel behielt trotz seines Ausfalls die WM-Führung. Doch Rosberg musste vor den Rennkommissaren antanzen, sein Sieg war in Gefahr.

Das Theater um die viel kritisierten neuen Pirelli-Reifen ging in einen neuen Akt. Das Produkt des italienschen Erzeugers ist den hohen Ansprüchen der Königsklasse nicht gewachsen und lässt die aktuelle Saison immer mehr zur Farce werden. Das Rennen in Silverstone wurde zum peinlichen Höhepunkt: Innerhalb der ersten 15 Runden platzten bei drei Piloten ohne Vorwarnung die linken Hinterreifen.

Hamilton eröffnet Platzer-Fest

bestraft. Einen Vorteil hatten sie dadurch offensichtlich wirklich nicht.

Sebastian Vettel, der bereits beim Start an Nico Rosberg vorbeigeschlüpft war, übernahm die Führung. Nur zwei Runden nach Hamiltons Pech erwischte es den bis dahin viertplatzierten Felipe Massa. Er hatte sich von Startplatz elf nach vorne gekämpft, ehe er selbst Opfer der Reifen wurde. Statt einem möglichen Podestplatz wurde es nur Rang sechs.

Nach drittem Platzer kam das Safety-Car

Red Bull und auch andere Teams reagierten daraufhin und holten ihre Fahrer an die Box. Als man Vettels Reifen nach dem Stopp kontrollierte, waren bereits Risse im Gummi zu erkennen - Glück für den Weltmeister! Hingegen gab es in der 15. Runde bei Jean-Eric Vergne den nächsten Reifenplatzer - er musste später aufgeben. Daraufhin hatte die Rennleitung genug und schickte das Safety-Car auf die Strecke.

Streckenposten und Kehrmaschinen versuchten die Strecke klinisch sauber zu machen. Die Fahrer wurden per Funk angewiesen, nicht so hart über die Randsteine zu fahren - unwürdig für die Königsklasse des Motorsports.

Vettel scheidet aus

Nach sechs Runden erfolgte der Restart. Das Putzen und auch die Sicherheitskehrungen vonseiten der Teams, die nun den Reifendruck erhöhten, zeigten Wirkung. Bis auf einen weiteren Reifenplatzer bei Sergio Perez blieben alle Gummis bis ins Ziel heil.

Im weiteren Rennverlauf konnten sich Vettel und Rosberg vom restlichen Feld absetzen. Doch Vettel feierte am Ende nicht seinen nächsten Sieg, sondern stand mit leeren Händen da - sein RB9 blieb in der 42. Runde mit einem Antriebsschaden liegen. "Das passierte ganz plötzlich", ärgerte sich der Weltmeister.

Rosberg siegt im Zielsprint

Da das Auto an einer ungünstigen Stelle stand, musste erneut das Safety-Car ausrücken. In den letzten Runden gab es dadurch noch einen aufregenden Schlusssprint. Am Ende setzte sich Rosberg mit hauchdünnen 0,7 Sekunden vor Mark Webber durch. Fernando Alonso komplettierte das Podest. In der WM rückte der Spanier näher an den Deutschen heran, der nun mit 21 Punkten Vorsprung zu seinem Heimrennen am Nürburgring fährt.

Rosberg musste jedoch um seinen Sieg beim Formel-1-Rennen in Silverstone bangen, durfte in letztlich aber behalten und wurde nur verwarnt. Der deutsche Mercedes-Pilot wurde am Sonntag von den Rennkommissaren vorgeladen, weil er während des achten Saisonlaufs trotz Gelber Warnflaggen angeblich nicht wie im Reglement gefordert langsamer geworden war. Rosberg darf seinen Sieg behalten. Der Mercedes-Pilot wurde am Sonntag von den Rennkommissaren nur verwarnt. "Ja, es ist durch", sagte der Wiesbadener.

Räikkönen knackt Schumacher-Rekord

Kimi Räikkönen hat als Fünfter dem deutschen Rekordweltmeister Michael Schumacher einen seiner zahlreichen Formel-1-Rekorde abgenommen. Der Lotus-Pilot aus Finnland ist nun 25 Mal nacheinander in die Punkteränge gefahren, einmal öfter als Schumacher zwischen 2001 und 2003.

Das Endergebnis und den aktuellen WM-Stand finden Sie auf der nächsten Seite...Endstand beim Grand Prix von Großbritannien:

1. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:32:59,456 Std.

2. Mark Webber (AUS) Red Bull +0,765 Sek.

3. Fernando Alonso (ESP) Ferrari +7,124

4. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes +7,756

5. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus +11,257

6. Felipe Massa (BRA) Ferrari +14,457

7. Adrian Sutil (GER) Force India +16,335

8. Daniel Ricciardo (AUS) Toro Rosso +16,543

9. Paul di Resta (GBR) Force India +17,943

10. Nico Hülkenberg (GER) Sauber +19,709

11. Pastor Maldonado (VEN) Williams +21,135

12. Valtteri Bottas (FIN) Williams +25,094

13. Jenson Button (GBR) McLaren +25,969

14. Esteban Gutierrez (MEX) Sauber +26,285

15. Charles Pic (FRA) Caterham +31,613

16. Jules Bianchi (FRA) Marussia +36,097

17. Max Chilton (GBR) Marussia +1:07,660

18. Giedo van der Garde (NED) Caterham +01:07,759

19. Romain Grosjean (FRA) Lotus +1 Runde

20. Sergio Perez (MEX) McLaren +6 Runden

Ausgeschieden: Jean-Eric Vergne (FRA) Toro Rosso, Sebastian Vettel (GER) Red Bull

Schnellste Runde: Mark Webber - 1:33,401 Min.

WM-Stand (nach 8 von 19 Rennen):

1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 132

2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 111

3. Kimi Räikkönen (FIN) Lotus 98

4. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 89

5. Mark Webber (AUS) Red Bull 87

6. Nico Rosberg (GER) Mercedes 82

7. Felipe Massa (BRA) Ferrari 57

8. Paul di Resta (GBR) Force India 36

9. Romain Grosjean (FRA) Lotus 26

10. Jenson Button (GBR) McLaren 25

Konstrukteurs-WM (nach 8 von 19 Rennen):

1. Red Bull 219

2. Mercedes 171

3. Ferrari 168

4. Lotus 124

5. Force India 59

6. McLaren 37

7. Toro Rosso 24

8. Sauber 6

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