Der Tod von Peter Rapp († 25. April 2025) hat das Leben seiner Tochter Roxanne Rapp (32) grundlegend verändert. Offen und ohne Beschönigung spricht die Schauspielerin mit "Heute" über Trauer, emotionale Extreme und darüber, warum sie sich Wien derzeit wieder näher fühlt als ihrer Wahlheimat London.
Trauer sei für sie kein klar definierbarer Zustand, sondern etwas Hochkomplexes. Sie beschreibt es als etwas, das "sehr schwierig zu navigieren" sei. "Es ist so eine Sache. Manchmal geht es dir gut, manchmal geht es dir gar nicht gut. Manchmal bist du ur-grantig auf alles. Manchmal bist du einfach traurig und du weißt nie, was für ein Tag gerade ist", erzählt sie.
Besonders belastend sei die Unberechenbarkeit: Es gebe Momente, da habe sie das Gefühl, es sei "nichts passiert". Und dann reiche ein einziges Wort oder ein Blick und alles sei wieder da. "Manchmal passieren Kleinigkeiten, die mir das Herz brechen."
Auch Wut und Leere gehören dazu. Roxanne beschreibt offen Phasen, in denen sie denke: "Sometimes you’re like, I don’t give a fuck anymore", in denen ihr alles egal sei und sie das Gefühl habe, nichts mehr zu spüren. "Es ist dir eigentlich alles wurscht und du fühlst gar nichts mehr."
Gleichzeitig gebe es Tage, an denen ihr die Endlichkeit des Lebens schmerzhaft bewusst werde – dass alles schneller gehe, als man glaube. Diese emotionale Achterbahnfahrt sei Teil des Prozesses, der kein klares Muster kenne und nicht linear verlaufe. Ein besonders wichtiges Anliegen ist ihr der Umgang mit Trauer im Außen.
Vergleiche empfindet sie als schwierig und oft verletzend. Trauer lasse sich nicht gleichsetzen, betont sie deutlich – "das ist wie wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht". Jeder Verlust sei anders, jede Beziehung einzigartig.
Nach vielen Jahren in London verbringt Roxanne Rapp nun wieder mehr Zeit in Wien. Das Jahr 2025 verbrachte sie hier, bei ihrem Vater. Die Londoner Wohnung wird verkauft, eine Rückkehr nach Österreich scheint immer realistischer. Sie sagt, dass sie mittlerweile glaube, dass Wien gerade ein zentraler Ort für sie sei, auch wenn sie London nie ganz den Rücken kehren werde, da sie international arbeite.
Trotz allem spürt sie, dass Wien ihr momentan guttut. Die Stadt fühle sich vertraut an, stabilisierend, ein Ort, an dem sie durchatmen kann. Der Verlust ihres Vaters habe vieles verändert, aber auch den Blick auf das Wesentliche geschärft. Zwischen Trauer, Arbeit und neuen Projekten beginnt für Roxanne Rapp ein neues Kapitel – eines, das stark mit Wien verbunden ist.