Vor dem Landesgericht Krems hat am Freitag, 6. März 2026, ein Prozess zwischen Publizist Sebastian Bohrn Mena und zwei oberösterreichischen Medienplattformen gestartet. Der ehemalige TV-Kommentator wirft ihnen vor, mit KI-manipulierten Bildern eine Kampagne gegen ihn geführt zu haben.
Sebastian Bohrn Mena, der aus Alt-Nagelberg (Bezirk Gmünd) stammt, hat Klage gegen die beiden Plattformen RTV und Info-Direkt eingebracht. Laut seiner Darstellung sollen die beiden Privatmedien, die dem rechten Politikspektrum zugeordnet werden, im Sommer 2025 mehrfach Fotos von ihm mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) verändert und anschließend verbreitet haben.
Konkret geht es laut Bohrn Mena um drei sogenannte "Deepfake"-Bilder. Diese seien ohne seine Zustimmung erstellt und nicht als manipuliert gekennzeichnet worden. Die Fotos seien hunderttausendfach verbreitet worden und hätten ihm beruflich massiv geschadet.
Der Publizist spricht von einer "gezielten Hetzkampagne", die sich auch gegen seine Frau und seinen damaligen Auftraggeber im Fernsehbereich gerichtet habe. Der Konflikt habe letztlich auch zu seinem Aus beim Sender beigetragen.
RTV und Info-Direkt wiederum sehen die Angelegenheit anders: Laut Bohrn Menas Darstellung bezeichneten sie die Bilder als Bildmontagen und kritisierten seine Klagen als Angriff auf die Pressefreiheit. Doch gegen diese Behauptung spricht, dass bereits im November das Landesgericht Krems zwei einstweilige Verfügungen erlassen hatte.
Laut Bohrn Menas Anwalt Robert Kerschbaumer wurde dabei festgestellt, dass die KI-manipulierten Bildnisse rechtswidrig seien. Der laufende Prozess dürfte noch länger dauern: Der nächste Verhandlungstermin ist für Ende Juni angesetzt. Dann sollen auch zwei Kanalbetreiber als Zeugen geladen werden.