Comeback von Rubin Okotie! Nach überstandener Grippe greift der 27-jährige Stürmer wieder für 1860 München an. "Heute" traf den Jungpapa auf Einladung von "Sky" in seiner Wahlheimat. Dabei erzählte der ÖFB-Kicker, wie die Trennung von der Austria ablief, was David Alaba für ihn bedeutet und wie er die Krise seines Vereins bewertet.
Comeback von Rubin Okotie! Nach überstandener Grippe greift der 27-jährige Stürmer wieder für 1860 München an. "Heute" traf den Jungpapa auf Einladung von "Sky" in seiner Wahlheimat. Dabei erzählte der für ihn bedeutet und wie er die Krise seines Vereins bewertet.
Herr Okotie, der Plan war, mit 1860 in die erste Bundesliga aufzusteigen. Jetzt kämpft ihr gegen den Abstieg. Was läuft da schief?
"Das Ziel war natürlich ein anderes, wir wollten unbedingt aufsteigen. 1860 ist ein ganz besonderer Verein mit viel Potential, aber wir haben es nicht auf die Reihe bekommen, Konstanz in unser Spiel zu bekommen. Jetzt stecken wir im Abstiegskampf. Das entspricht natürlich nicht unseren Ansprüchen."
1860 geht jedes Jahr als Aufstiegskandidat in die Saison, die Realität sieht dann schnell anders aus. Ist der Klub realitätsfremd?
"Man könnte es so sehen, aber wenn man den Verein kennt und weiß, welches Potential in ihm steckt, dann weiß man, dass der Verein in die Bundesliga gehört. Aber natürlich muss man auch die Leistungen bringen. Die sprechen im Moment nicht dafür, deshalb hinken wir unseren Ansprüchen hinterher."
Wie erleben Sie die Fans von 1860, die doch viele Enttäuschungen hinnehmen müssen?
"Man merkt ihre Enttäuschung. Sie haben uns heuer schon zwei Mal zur Rede gestellt und ihre Sicht der Dinge erklärt. Sie erwarten von uns keinen Zauberfußball, sondern wollen Leidenschaft sehen. Da sieht man, wie viel Herzblut sie in den Verein stecken. Sie haben sich das mit Sicherheit am wenigsten verdient. Es ist für uns als Spieler eine gute Erfahrung, so etwas zu erleben. Die Fans machen für den Verein alles, investieren viel Zeit und Geld – jetzt sind wir Spieler in der Pflicht, diesen Ansprüchen gerecht zu werden."
Den Ansprüchen werden momentan nur Sie gerecht, wie 13 Saisontore beweisen. Lothar Matthäus meinte, Sie wären für die Hälfte der Klubs in der eine Verstärkung. Was sagen Sie dazu?
"Es freut mich natürlich, wenn das eine große Persönlichkeit wie Matthäus sagt, aber ich muss mich voll auf 1860 konzentrieren. Wir haben noch schwere Aufgaben vor uns und darauf liegt mein Fokus."
Sie haben in München für zwei Jahre unterschrieben. Gilt der Vertrag auch für die dritte Liga?
"Ich denke schon. Es wäre ein Fehler, jetzt an die dritte Liga zu denken. Wir stehen derzeit hinten drinnen, aber das ist eine Momentaufnahme. Wir wissen, dass es eine gefährliche Situation ist. Aber ich kenne die Mannschaft und weiß, dass wir woanders hingehören."
Sie leben in der gleichen Stadt wie Nationalteam-Kollege und David Alaba. Unternehmen Sie in München viel gemeinsam?
"Dadurch, dass ich jetzt habe, komme ich neben dem Training nicht mehr zu viel. Ich verbringe meine Freizeit einfach mit der Familie."
Aber ihr steht telefonisch regelmäßig in Kontakt. Ist er eine Art Seelentröster?
"Er weiß, dass er mich nicht trösten muss. Es gibt schlimmere Dinge, als mit dem Klub nicht erfolgreich zu sein."
Wie wichtig war Alaba für Sie, um sich in München einzuleben?
"Er war natürlich eine große Hilfe. Er ist hier in München oder eigentlich in ganz Deutschland ein Star. Ich kenne München aber auch von meiner Zeit bei Nürnberg, also kannte ich mich hier schon ein bisschen aus."
Wie hoch ist die Chance, dass ihr 2016 gemeinsam Frankreich erkundet – bei der ?
"Wir haben, sie ist aber auch gefährlich. Die Auswärtsspiele gegen die starken Gegner stehen uns erst bevor. Wenn wir da die nötigen Punkte holen, schaut es gut aus. Bei einer EM dabei zu sein, ist der Traum von uns allen.“"
Noch ein Wort zur Austria: Sie sind damals mit Trainer Bjelica zusammengekracht. Gab es irgendwann eine Aussprache?
"Für mich war das, was da passiert ist, die Aussprache. Es sind viele Dinge passiert und es hat sich einiges in mir aufgestaut, was einfach raus musste. Es hätte mich sonst über Monte und Jahre begleitet, deswegen habe ich ihm einfach meine klare Meinung gesagt. Für mich war das damit beendet."
Haben Sie sich von ihm verstanden gefühlt?
"Ich habe auf kein Verständnis gehofft. Ich wollte einfach sagen, wie ich die Dinge sehe."
Konnten Sie trotzdem etwas Positives aus der Austria-Zeit mitnehmen?
"Von den Verantwortlichen ist alles korrekt abgelaufen. Sei es das Leihgeschäft nach Dänemark oder jetzt der Wechsel zu 1860. Mir wurden von der Austria keine Steine in den Weg gelegt und dafür bin ich auch sehr dankbar. Sportlich ist es für mich einfach nicht gut gelaufen. Und die wenigen Einsätzen, die ich hatte, konnte ich nicht optimal nutzen, um mich zu empfehlen. Das muss ich mir schon auch selber ankreiden."
Autor: Erich Elsigan