Coronavirus

Rudi Anschober meldet sich mit Corona-Ansage zurück

Lange war es ruhig um Ex-Minister Rudi Anschober. Nun meldet er sich wieder zu jenem Thema zurück, das den Großteil seiner Amtszeit prägte.

Leo Stempfl
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Der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober am 13. Juni 2021 beim Bundeskongress der Grünen in Linz.
Der ehemalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober am 13. Juni 2021 beim Bundeskongress der Grünen in Linz.
FOTOKERSCHI.AT / APA / picturedesk.com

Als der grüne Gesundheitsminister am 13. April vom Rednerpult wegtrat, verschwand er für längere Zeit von der Bildfläche. Nur gelegentlich ließ er seine Facebook- und Twitter-Fans ein "Guten Morgen" ausrichten, gepaart mit Bildern aus dem Garten, von Hund Agur oder der Katze. Zurückmelden sollte er sich erst zum großen Interview Anfang Juli.

    Rudolf "Rudi" Anschober, Jahrgang 1960 und aus Wels, arbeitete sieben Jahre lang bis 1990 als Volksschullehrer. 1990 zog er für die Grünen als Verkehrs-, Sicherheits- und Atomsprecher in den Nationalrat ein.
    Rudolf "Rudi" Anschober, Jahrgang 1960 und aus Wels, arbeitete sieben Jahre lang bis 1990 als Volksschullehrer. 1990 zog er für die Grünen als Verkehrs-, Sicherheits- und Atomsprecher in den Nationalrat ein.
    picturedesk.com

    Conny Bischofberger von der "Kronen Zeitung" erklärte er, seinen Rücktritt keine Sekunde bereut zu haben. Von der Politik wollte Rudi Anschober auch künftig Abstand halten, ein Comeback strebt er "absolut nicht an". Genauso wenig wollte er sich in die Tagespolitik einmischen. "Mit einer Ausnahme, das muss gesagt sein: Der Wolfgang Mückstein macht einen tollen Job!"

    Impf-Appell

    Weniger mit Kritik an ihm, sondern mit einem allgemeinen Appell an die Bevölkerung, meldet sich der 60-Jährige jetzt besorgt auf Twitter zu Wort. Denn erstmals seit Mitte Mai gab es am Donnerstag wieder mehr als 1.000 Neuinfektionen. Und die Zahlen dürften wohl noch weiter steigen, wie auch Rudi Anschober weiß.

    Grund: Mit 1,15 ist die Reproduktionszahl viel zu hoch. Eine Person steckt also im Schnitt 1,15 weitere an. Solange sie nicht unter 1 fällt, wird so auch die Inzidenz weiter steigen. "Im vergangenen Jahr erreichten wir die 1.000 erst Anfang Oktober", erzählt er.

    Dabei gehe es nicht nur um den Belag der Intensivstationen, an welchem sich das Systemrisiko und auch die Corona-Ampel orientiert. Insbesondere geht es um Long Covid Betroffene, von denen viele auch äußerst jung sind.

    "Daher dringend: Impfen, Testen und vorsichtig sein", appelliert Anschober.