So hat sich Thomas Diethart den Start in seinen neuen Job wohl nicht vorgestellt: Kaum im Amt, verlor der Neo-Cheftrainer des ÖSV-Damenteams zwei Routiniers – Sara Marita Kramer und Jacqueline Seifriedsberger – durch Rücktritte.
Dann kam der nächste Tiefschlag: Eva Pinkelnig, Österreichs Nummer eins, zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt für die ganze Olympia-Saison aus.
Trotzdem gibt sich der 33-Jährige kämpferisch. Mit einem Rumpfteam rund um Chiara Kreuzer und Lisa Eder will er vorne mitmischen. "Einfach war es nicht. Aber wir sind ein kleines, feines Team", sagt Diethart vor dem Weltcup-Auftakt in Lillehammer.
Der Kader ist geschrumpft, doch darin sieht der Ex-Springer auch Vorteile: "Wir können uns intensiver auf jede einzelne Athletin konzentrieren." Vor allem Kreuzer, die zuletzt mit Formproblemen kämpfte, und Eder, vierfache Podest-Springerin der Vorsaison, sollen für Erfolge sorgen. Dazu kommen Julia Mühlbacher und Hannah Wiegele.
Neue Springerinnen will Diethart nicht nominieren. Der Nachwuchs sei qualitativ vielversprechend, aber noch nicht bereit. "Wir geben ihnen die Zeit, die sie brauchen", so der Coach. Der Umbruch, der eigentlich erst nach Olympia geplant war, kommt nun früher. Diethart: "Das ist unsere Chance, das System neu aufzubauen."
Der ÖSV-Cheftrainer stieg als Sensationssieger der Vierschanzentournee 2013/14 selbst kometenhaft auf. Vor dem Start der Olympia-Saison als Trainer meint er: "Ich mache es auf meine Art, wichtig ist, dass sich alle im Team wohlfühlen."