In Österreich sind Skiunfälle die teuersten Sportunfälle. Ein durchschnittlicher Unfall verursacht Folgekosten von etwa 30.800 Euro – und krachen tut es auf den heimischen Pisten immer öfter. Rund 26.000 Skiunfälle werden jährlich gezählt. Inwieweit bei dieser zunehmenden Statistik Alkohol eine Rolle spielt, wurde bisher nicht erfasst.
Fakt ist aber, dass im letzten Winter knapp jeder vierte Skifahrer zumindest leicht betrunken auf der Piste unterwegs war. Dies belegt eine aktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Die Statistik zählte über 200.000 alkoholisierte Österreicher auf den Pisten – Touristen wurden nicht erfasst.
Dies lässt auch die Rufe nach einer Promille-Grenze auf den heimischen Pisten lauter werden – wie es sie bereits in Italien gibt. Dort ist jeder Wert über 0,5 Promille verboten. Auch wenn es hierzulande noch kein Verbot gibt, können bei einem alkoholbedingten Unfall rechtliche Konsequenzen drohen. Darunter fallen Schadenersatzforderungen, strafrechtliche Folgen und der Verlust des Versicherungsschutzes.
Auch Michael Bachlechner von der Alpinpolizei Kärnten bestätigt gegenüber der "Kleinen Zeitung", dass die Promille "sehr wohl zum Thema" werden können, wenn bei einem Skiunfall ein strafrechtliches Vergehen im Raum steht. In solchen Fällen kann es "zu freiwilligen oder – über Anordnung der Staatsanwaltschaft – auch zu verpflichtenden Alkoholkontrollen kommen". Weitere Befugnisse in Sachen Alkohol und Skifahren habe die Polizei jedoch nicht.
Etwas skeptisch angesichts eines Promille-Limits auf den Skipisten zeigt sich der Ausbildungsleiter beim steirischen Skilehrerverband, Peter Perhab. Zur "Kleinen" meint er, dass eine Promille-Grenze von 0,5 nicht schlecht, aber fast unmöglich zu kontrollieren sei.
Ihm zufolge seien die Menschen mittlerweile auch sensibilisiert. Demnach werde bei Skikursen kein Alkohol getrunken. Sicher werde mancher Skifahrer das ein oder andere kleine Bier auf der Piste konsumieren, doch alkoholisiert seien sie höchstens beim Après-Ski – und dies liegt bereits außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten.