Russland betrachtet die USA nach dem Kursschwenk von Präsident Donald Trump nicht mehr als neutralen Vermittler im Ukraine-Konflikt. "Was die Vereinigten Staaten betrifft, so scheinen sie, nach ihren Handlungen zu urteilen, jeden Anspruch auf die Rolle eines objektiven Vermittlers aufzugeben", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag.
Er warf Washington vor einen Kurs zu verfolgen, der darauf abziele, "den Sanktionsdruck auf Russland zu verstärken". Lawrow verurteilte zudem die militärische Unterstützung für Kiew durch die europäischen Verbündeten der Ukraine. Europa werde dadurch "erneut zu einer großen Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit".
Die G7-Staaten hatten bei ihrem Gipfel in Frankreich vor einer Woche den Druck auf Russland erhöht und verschärfte Sanktionen angekündigt. Nach monatelanger Beschäftigung mit dem Iran-Krieg zeigte sich auch Trump bereit, auf diese Art auf ein Ende des Ukraine-Konflikts hinzuarbeiten.
Der US-Präsident kündigte die Wiedereinführung ausgesetzter Öl-Sanktionen gegen Russland an und forderte Moskau auf, Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufzunehmen. Die G7-Staaten vereinbarten auch weitere Militärhilfen für die Ukraine, unter anderem zur Stärkung der Luftabwehr.
Die von den USA vermittelten Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs treten seit Monaten auf der Stelle. Moskau beharrt unter anderem weiter auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region abtreten soll, was Kiew strikt ablehnt.